Der PARITÄTISCHE und Deutscher Kinderschutzbund in Baden-Württemberg fordern Kinderrechte in das Grundgesetz

Pressemitteilung - geschrieben am Mittwoch, 20. November 2019 - 11:04

Stuttgart 20. November 2019     Anlässlich des Internationalen Tags der Kinderrechte und zum 30. Jubiläum der UN-Kinderechtskonvention (20.11.2019) begrüßen der PARITÄTISCHE und der Deutsche Kinderschutzbund in Baden-Württemberg das Vorhaben der Bundesregierung die Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern. Ein Gesetzesentwurf ist noch für dieses Jahr angekündigt. Darin müssten die Rechte auf Schutz, Förderung und Beteiligung gleichermaßen berücksichtigt werden, mahnen die Landesverbände. Nur so könnten gemäß der UN-Kinderrechtskonvention Schutz, gerechte Bildungschancen und soziale Teilhabe für alle jungen Menschen geschaffen werden.

„Mit der Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz wären nicht nur der Schutz, sondern auch die Beteiligung und Förderung von Kindern und Jugendlichen einen wesentlichen Schritt weitergekommen“, erklärt Ursel Wolfgramm, Vorstandsvorsitzende des PARITÄTISCHEN Baden-Württemberg. „Das bedeutet, dass ihre Rechte und Interessen verbindlich in kommunale, politische, gesellschaftliche und auch gerichtliche Entscheidungen einbezogen werden müssen und das in allen Lebensbereichen vom Sozialsystem bis hin zu Bildung und Teilhabe“, so Wolfgramm. „Doch Chancengerechtigkeit und Bildungserfolg hängen leider immer noch eng mit der finanziellen Situation von Familien zusammen. Deshalb muss das bürokratische Nebeneinander von Transferleistungen, die auch noch gegen andere Sozialleistungen in Abzug gebracht werden, ein Ende haben. Was wir brauchen, ist eine Kindergrundsicherungsleistung, in der alle anderen Sozialleistungen wie Kindergeld, Kinderzuschlag, Bildungs- und Teilhabepaket sowie Kinderfreibetrag zusammenfließen“, ergänzt die Vorstandsvorsitzende.

„Es ist bekannt, dass Kinderarmut von Generation zu Generation weitergegeben wird, ohne dass die Kinder eine Chance haben, diesen Kreislauf zu durchbrechen“, betont Christa Holtzhausen, stellvertretende Vorsitzende des Kinderschutzbundes Landesverband Baden-Württemberg. „In einem so reichen Land wie Deutschland und auch Baden-Württemberg darf es nicht sein, dass rund jedes fünfte Kind in Armut aufwächst. Für unsere Gesellschaft ist das ein Armutszeugnis“, so Holtzhausen weiter. „Alle politischen wie zivilgesellschaftlichen Kräfte sollten ein großes Interesse daran haben, Kindern ein Aufwachsen in sozialer Sicherheit zu bieten. Soziale Sicherheit ist nach der UN-Kinderrechtskonvention das Recht jedes Kindes“, mahnt die Vorsitzende.

Weiterer Pressekontakt:  Deutscher Kinderschutzbund Landesverband Baden-Württemberg e.V., Julia Wahnschaffe, Geschäftsführerin, Tel. 0711 / 24 28 18, E-Mail: wahnschaffe@kinderschutzbund-bw.de.

 

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