Gesellschaft gestalten. Position beziehen.

Ausgabe 04/2025

Titel des Magazins: grauhaariger Mann mit Bart in blauer Jacke

Die Ausgabe zur Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg

Wie bei vergangenen Wahlen meldet sich der Paritätische auch in diesem Jahr im Rahmen einer Kampagne zu Wort. Inhaltlich hat sich über die Jahre
eigentlich kaum etwas verändert: Wir kämpfen dafür, die Relevanz sozialer Arbeit sichtbar zu machen – in der Gesellschaft, vor allem aber bei den politischen Entscheidungsträger*innen. Wir weisen hin auf die gestiegenen Bedarfe der Menschen, auf die fast schon alltägliche prekäre Finanzierung Sozialer Arbeit und auf die stetig zunehmende Bürokratie, die Einrichtungen daran hindert, das zu tun, was im Mittelpunkt stehen sollte – nah bei den Menschen zu sein.

In Zeiten gesellschaftlicher Verunsicherung entscheidet sich gerade jetzt, ob Politik Halt vermittelt oder ob neue soziale Brüche entstehen. Ein geschwächter Sozialstaat würde Tür und Tor weiter öffnen für extremistische Kräfte: Wo Unterstützung zurückgeht und Perspektiven verloren gehen, gedeihen einfache Antworten – und gefährliche Radikalisierungen.

Wer den Sozialstaat zukunftsfest machen will, muss die Einnahmeseite in den Blick nehmen. Eine zeitgemäße Ausgestaltung von Vermögens- und
Erbschaftssteuer könnte stabile Grundlagen schaffen, ohne Familien, Pflegebedürftige oder Menschen in prekären Lebenslagen zusätzlich zu belasten. Soziale Sicherheit ist nicht Luxus, sondern Voraussetzung für demokratische Stabilität und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Artikel dieser Ausgabe

Mütter mit Kindern

Eine gute Familienpolitik unterstützt Familien im Alltag und in Krisensituationen. Daher muss die Umsetzung der im September 2024 vorgelegten Familienförderstrategie des Landes Baden-Württemberg in der neuen Legislaturperiode oberste Priorität erhalten.

Aktuelle Auswertungen zeigen, dass Eltern je nach Kommune zwischen 0 Euro und über 600 Euro pro Monat für einen Kita-Platz zahlen – und das bei vergleichbarem Betreuungsumfang. Während einige Landkreise die Beiträge vollständig übernehmen, müssen Familien in anderen Kommunen mehrere tausend Euro pro Jahr aufbringen.

Auch in Baden-Württemberg ist Armut ein ungelöstes und meist vererbtes Problem. Besonders betroffen sind Ein-Eltern-Familien, Familien mit drei und mehr Kindern, Migrant*innen, Erwerbslose und Menschen ab 65 Jahren. Am stärksten armutsgefährdet sind Kinder und Jugendliche bis 25 Jahre.

Im Vordergrund Mann mit geballter Faust

Das BKA-Bundeslagebild Häusliche Gewalt 2024 zeigt: Die Zahl der Opfer erreicht einen neuen Höchststand. In Deutschland wurden 2024 insgesamt 265.942 Menschen polizeilich als Opfer Häuslicher Gewalt registriert – eine Zunahme von 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Rund 70 Prozent davon waren Frauen.

Frau hebt schützend Hand vor sich

Am 25. November 2025, dem Tag gegen Gewalt an Frauen, hat das Bundeskriminalamt die polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2024 veröffentlicht. Wie in jedem Jahr seit der Veröffentlichung eines Bundeslagebildes Häusliche Gewalt folgt ein Höchststand im Hellfeld dem nächsten.