
Aktuelle Auswertungen zeigen, dass Eltern je nach Kommune zwischen 0 Euro und über 600 Euro pro Monat für einen Kita-Platz zahlen – und das bei vergleichbarem Betreuungsumfang. Während einige Landkreise die Beiträge vollständig übernehmen, müssen Familien in anderen Kommunen mehrere tausend Euro pro Jahr aufbringen.
Damit entscheidet nicht die soziale Lage der Familie, sondern der Wohnort darüber, wie gut der Zugang zu früher Bildung finanzierbar ist.
Chancengerechtigkeit für alle Kinder
Diese Situation widerspricht dem Anspruch des Landes auf Chancengerechtigkeit und Bildungsgerechtigkeit. Die bestehende Beitragslandschaft ist unübersichtlich, sozial unausgewogen und fachlich nicht begründbar. Aus pädagogischer Sicht sollte der Zugang zu früher Bildung für alle Kinder – unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Wohnort – gleichermaßen möglich sein.
Gerade Kinder aus Familien mit niedrigen oder mittleren Einkommen profitieren besonders von verlässlicher früher Bildung. Hohe oder intransparente Beiträge wirken abschreckend und verschärfen bestehende Bildungsungleichheiten.
Planungssicherheit für Kommunen und Träger
Zugleich fehlt den Kommunen die nötige Planungssicherheit. Unterschiedliche lokale Finanzierungsmodelle belasten die Träger ungleich und führen zu regionalen Verzerrungen, die weder den Familien noch dem System der Kindertagesbetreuung dienen.
Die Finanzierung frühkindlicher Bildung darf nicht von lokalen Kassenlagen abhängen. Eine landesweit einheitliche und sozial ausgewogene Beitragsregelung stärkt Chancengerechtigkeit und Bildungsgerechtigkeit. Sie eröffnet allen Kindern den Zugang zu früher Bildung, entlastet Familien spürbar und schafft Transparenz sowie Planungssicherheit für Kommunen und Träger.
Damit setzt Baden-Württemberg ein klares Zeichen für eine zukunftsorientierte und sozial gerechte Familien- und Bildungspolitik.