
Eine gute Familienpolitik unterstützt Familien im Alltag und in Krisensituationen. Daher muss die Umsetzung der im September 2024 vorgelegten Familienförderstrategie des Landes Baden-Württemberg in der neuen Legislaturperiode oberste Priorität erhalten.
Armutsgefährdung und ungleicher Zugang zu Angeboten
Laut dem Gesellschaftsreport 2-2024 des Sozialministeriums sind rund ein Viertel aller Familien in Baden-Württemberg armutsgefährdet. Bei Ein-Eltern-Familien liegt die Quote sogar bei über 40 Prozent.
Gleichzeitig ist der Zugang zu familienunterstützenden Angeboten stark vom Wohnort abhängig. Zwischen urbanen Zentren und ländlichen Räumen bestehen erhebliche Unterschiede in Verfügbarkeit, Qualität und Erreichbarkeit.
Finanzierung, Strukturen und Chancengerechtigkeit
Familienbildung und -beratung sind vielerorts unterfinanziert, stark von Projektmitteln abhängig und damit in ihrer Verlässlichkeit gefährdet. Wirksame Familienförderung erfordert konkrete Umsetzungspläne mit klaren Zuständigkeiten, messbaren Zielen und einer dauerhaften strukturellen Finanzierung. Dies betrifft insbesondere die sozialräumliche Infrastruktur, Qualifizierungsmaßnahmen und lokale Koordination. Die bisher veranschlagten 2,5 Millionen Euro stehen in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Bedarf.
Der Paritätische fordert ein abgestimmtes Zusammenspiel zwischen Land, Kommunen und Trägerorganisationen. Familienbildung, Beratung und Teilhabeangebote müssen niedrigschwellig, qualifiziert und flächendeckend erreichbar sein – unabhängig von Wohnort, Herkunft oder Lebenslage.
Familienpolitik als Rückgrat der Gesellschaft
Wer es ernst meint mit Chancengerechtigkeit, muss Familien und Organisationen der Familienbildung konsequent und strukturell den Rücken stärken. Nur so kann Familienpolitik zum Rückgrat einer solidarischen, solidarischen Gesellschaft werden.