Soziale Innovationen. Aus Ideen wird Zukunft.

Ausgabe 01/2026

Soziale Innovationen. Aus Ideen wird Zukunft. KI-generiertes Gesicht von Albert Einstein.

Die Freie Wohlfahrtspflege handelt gemeinwohlorientiert, nah an den Menschen und tief verankert in  Baden-Württemberg, in städtischen wie ländlichen Räumen.  Doch Innovation entsteht nicht allein in vereinzelten Modellprojekten – sie entsteht erst, wenn gute Ansätze in die Fläche gelangen. Dafür braucht es Mut zu neuen Wegen, zu neuen  Finanzierungsmodellen und zu Kooperationen, die staatliche, wirtschaftliche und zivilgesellschaftliche Perspektiven verbinden.

Soziale Leistungen und die gesamte Wohlfahrt sind kein Luxus und kein unnötiger Kostenfaktor, sondern eine Investition in unsere  gesellschaftliche Stabilität – in echte Teilhabe- und Lebenschancen  für alle Menschen im Land. Damit Baden-Württemberg auch morgen  ein solidarisches und demokratisches Land mit nachhaltig trag-fähigen Strukturen bleibt, das seine Innovationskraft zum Wohle aller nutzt, braucht es ein gemeinsames Zukunftsbild – eine Verantwortungsgemeinschaft, die bereit ist, neue Wege zu wagen.

 

GlücksSpirale

Artikel dieser Ausgabe

Das im Wesentlichen vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg seit Dezember 2021 finanzierte Pilotprojekt SEGEL schließt die Versorgungslücke für substanzkonsumierende und von Gewalt aus dem sozialen Nahraum betroffene Frauen. Wichtig zu betonen ist, dass bei erfolgter Aufnahme ins Frauenhaus der Substanzkonsum durch die Frau fortgeführt werden kann. Grundlage für die beiden Träger Mannheimer Frauenhaus e. V. und Drogenverein Mannheim e. V. war die Tatsache, dass es deutschlandweit für die Zielgruppe der konsumierenden / abhängigen Frauen aufgrund von
Die Finanzierung frühkindlicher Bildung über Elternbeiträge ist in Baden-Württemberg bislang stark von der jeweiligen Kommune abhängig. Höhe, Staffelung und Entlastungsregelungen unterscheiden sich teils erheblich. Für Familien bedeutet das: Wer wo lebt, entscheidet oft darüber, wie hoch die finanzielle Belastung durch den Kita-Besuch ausfällt. Besonders mittlere Einkommen geraten dabei häufig unter Druck. Sie liegen über den Schwellen klassischer Sozialermäßigungen und tragen dennoch hohe Gebühren. Gleichzeitig stehen Kommunen und Träger vor der Herausforderung, sozial gerecht zu handeln und
Kinder wachsen heute unter sehr unterschiedlichen Bedingungen auf. Viele erleben Belastungen durch Armut, Fluchterfahrungen, instabile familiäre Situationen oder psychische Herausforderungen. Der Kinderbauernhof bietet hierfür einen besonderen sozialpädagogischen Ansatz: Er verbindet Naturerfahrung, tiergestützte Pädagogik und alltagsintegriertes Lernen zu einem wirksamen Entwicklungsraum für Kinder mit und ohne besonderen Unterstützungsbedarf. Lernen im echten Lebensraum Die pädagogische Arbeit ist konsequent alltags-integriert und handlungsorientiert: Kinder füttern Tiere, säubern Ställe
Das inklusive Kita-Modell der KBF Inklusion anders: Die Kitas der KBF starteten als Schulkindergärten für Kinder mit Förderbedarf – um dann sukzessive Regelkitaplätze zu schaffen und Kinder ohne Behinderung zu integrieren. Wie gut das funktioniert, zeigt das Kinderhaus „Alte Weberei“ in Tübingen-Lustnau. Mmmh! Dieser Duft, der da durch die Gänge zieht! Am liebsten möchte man sich an die liebevoll gedeckten Tischlein in den Gruppenräumen setzen. Dort stoppen die Servierwägelchen, die just aus der Küche herausgeschoben werden. Mittagszeit im Kinderhaus „Alte Weberei“ in Tübingen-Lustnau! Und da
Das Modell der Offenen Hilfen in Ravensburg Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und infolgedessen des SGB IX fordert die Eingliederungshilfe heraus, Teilhabe konsequent personenzentriert und lebensweltorientiert zu gestalten. Während Wohnen und Arbeit traditionell im Fokus stehen, wird der Lebensbereich Freizeit häufig nur noch als ergänzendes Angebot verstanden. Dabei ist gerade hier selbstbestimmte Teilhabe unmittelbar erfahrbar: Menschen wählen eigenständig Aktivitäten, knüpfen soziale Kontakte und gestalten ihre Zeit nach eigenen Interessen. Eine wohnform- und ortsunabhängige
Von der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) zum attraktiven Betrieb für Alle Die Lebenshilfe Zollernalb steht für eine konsequente Weiterentwicklung von Angeboten für Menschen mit Behinderung. Unsere strategische Ausrichtung orientiert sich an den Leitgedanken der UN-Behindertenrechtskonvention und setzt neben inklusiven Ansätzen vor allem auf eine starke Personenzentrierung. In unserer Idealvorstellung gehen wir davon aus, dass Menschen die Unterstützungen und die Lohnkostenzuschüsse erhalten, die sie benötigen, um gleichberechtigt am Arbeitsleben teilzuhaben. Ziel ist es, schon heute
Gemeindepsychiatrische Verbünde (GPV) haben sich bewährt. In einem GPV haben sich u. a. Einrichtungen, die Leistungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung erbringen (Leistungserbringer), und die Träger der Eingliederungshilfe zusammengeschlossen. Sie wollen gemeinsam dafür sorgen, dass möglichst alle Menschen in der Region die notwendigen und individuell passenden Unterstützungsleistungen finden. Dies schließt Menschen, die von sich aus nur eingeschränkt Hilfe suchen, genauso ein, wie Menschen mit komplexen Unterstützungsbedarfen und mit herausforderndem Verhalten. „Zwei Dinge
Das Projekt MIR Gewaltvorfälle, Jugenddelinquenz und eskalierende Gruppendynamiken im öffentlichen Raum – etwa in der Stuttgarter Innenstadt – zeigen seit Jahren, dass klassische repressive Maßnahmen allein nicht ausreichen, um gefährdete junge Menschen zu erreichen. Viele Jugendliche befinden sich in belastenden Lebenssituationen, geprägt von Perspektivlosigkeit, fehlenden Vertrauenspersonen und negativen Gruppeneinflüssen. Daraus entstehen Konfliktspiralen, die langfristig sowohl die individuelle Entwicklung als auch das gesellschaftliche Zusammenleben gefährden. Das Projekt „MIR – Mentoring
(Adobe Stock | william87) Arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit als Brücke zurück ins System „War mir zu viel“, „konnte gerade nicht“ – wenn junge Menschen Angebote abbrechen, bedeutet das in herkömmlichen Maßnahmen am Übergang Schule-Beruf oft den Ausschluss. Doch was passiert mit Jugendlichen, die weder von Jobcentern, Berufsschulen noch der Jugendhilfe erreicht werden? Genau hier setzt das Modellprojekt SLAY! your Career an. Fast jede*r Fünfte (19,1 Prozent) der 20- bis 34-Jährigen hat keinen Berufsabschluss –Tendenz steigend. Mehr als die Hälfte der Ge-förderten in bestehenden
Wir bauen Zusammenhalt und investieren in soziale Zukunft Für benachteiligte Jugendliche ist es auf dem engen Wohnungsmarkt besonders schwierig. Die Folge sind prekäre Wohnverhältnisse, die den jungen Menschen jene grundlegenden Ressourcen entziehen, die sie für einen selbstbestimmten Übergang in Ausbildung, Beruf und Eigenständigkeit benötigen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, bauen wir am Alten Güterbahnhof in Tübingen ein nachhaltiges Projekt. Wir – kit jugendhilfe und der Förderverein Asylzentrum Güterhalle – bilden zusammen die Baugemeinschaft „Güterhalle für Alle GbR“