Güterhalle für Alle – ein Gemeinschaftsprojekt mit Strahlkraft

Der angespannte Wohnungsmarkt erschwert benachteiligten Jugendlichen den Start in ein selbstständiges Leben – hier setzt das Projekt in Tübingen an.
Architekturskizze für einen Neubau

Wir bauen Zusammenhalt und investieren in soziale Zukunft

Für benachteiligte Jugendliche ist es auf dem engen Wohnungsmarkt besonders schwierig. Die Folge sind prekäre Wohnverhältnisse, die den jungen Menschen jene grundlegenden Ressourcen entziehen, die sie für einen selbstbestimmten Übergang in Ausbildung, Beruf und Eigenständigkeit benötigen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, bauen wir am Alten Güterbahnhof in Tübingen ein nachhaltiges Projekt.

 Wir – kit jugendhilfe und der Förderverein  Asylzentrum Güterhalle – bilden zusammen  die Baugemeinschaft „Güterhalle für Alle GbR“. Rückendeckung erhalten wir von der Stadt  Tübingen, die uns im Konzeptvergabeverfahren den Kopfbau der Güterhalle verkauft hat.  Begleitet wird unser Vorhaben vom neu ge-gründeten Verein „Güterhalle für Alle e. V.“, der nach Fertigstellung die Kuratierung der Güter-halle übernimmt. Der Standort ist spannend!  Auf dem Gelände des Alten Güterbahnhofs ist  in den letzten Jahren ein buntes Quartier ent-standen. Hier leben mehr als 1.500 Menschen. Im Zentrum liegen der Quartiersplatz und die leerstehende Güterhalle.

Was ist geplant?

Nach Abriss des Kopfbaus entsteht auf etwa  600 Quadratmetern ein Neubau in Holzbauweise.
Neben dem ca. 100 Quadratmeter großen,  barrierefreien Quartiersraum als offenem Treffpunkt, für kulturelle Aktivitäten und nachbarschaftliches Miteinander entstehen Räume für das Asylzentrum Tübingen e. V. mit seinen  Angeboten. Von kit jugendhilfe ziehen mit ein:

  • Jugendberufsagentur K.I.O.S.K. Hier werden Vernetzungen geschaffen, Informationen ausgetauscht, Jobs vermittelt, mit Vorstellungstrainings unterstützt. Die Güterhalle steht zukünftig für Ausbildungsmessen und jugendkulturelle Aktivitäten offen.
  • Das Angebot reStart bietet individuelle Unterstützung in Form aufsuchender Beratung bei Schulabsentismus  und Ausbildungsabbruch.
  • Bei Jumbb werden junge Menschen im Betreuten Jugendwohnen beraten und begleitet. Die neuen Räume sind Treffpunkt für gemeinsame Aktionen (z. B. starter-kit Wohnen und Finanzen, Themenabende). Mit angegliedert ist die landkreisweite Anlaufstelle für Care Leaver.
  • Mit Förderung durch das Landesprogramm „Junges Wohnen“ stellen wir Wohnraum für junge Menschen in Ausbildung her. Im Untergeschoss entsteht ein Mikroappartement als vorübergehende Schlafmöglichkeit für junge Menschen in Krisen.
Kleiderflohmarkt in einem Fabrikgebäude

Wir schaffen einen Ort, an dem junge Menschen ...

  • niedrigschwellige Zugänge unter einem Dach erhalten: vernetzt, zugänglich, alltagsnah
  • temporären Wohnraum finden und krisenhafte Lebensphasen überbrücken
  • aktiv mitgestalten, ihre Anliegen einbringen und Selbstwirksamkeit erfahren können 
  • begleitet werden und eigene Lebensperspektiven entwickeln.

Auch für das Quartier hat das Vorhaben Strahlkraft: Es entsteht ein offener, sozialer Raum, der Vielfalt fördert und Integration erleichtert, ein Ort für gesellschaftliche Verantwortung und Teilhabe.

kit jugendhilfe

Als freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe beschäftigen wir uns seit vielen Jahren mit den Herausforderungen junger Menschen beim Übergang in ein selbstständiges Leben. Innovative Konzepte wie unsere Care Leaver Anlaufstelle https://www.careleaver-tuebingen.de/ und das Angebot K.I.O.S.K. https://www.kiosk-tuebingen.de 
konnten wir in Regelangebote überführen. Beide Anlaufstellen sind wichtige Orte, an denen Jugendliche mit ihren Themen Unterstützung finden. 

Kontakt

Dr. Matthias Hamberger 
Vorstand des Vereins und Leiter der Einrichtung kit jugendhilfe 
Telefon 07071 5671-10 
matthias.hamberger@kit-jugendhilfe.de
www.kit-jugendhilfe.de 

Soziale Innovation

Vom Schubladendenken zur integrierten Förderstrategie in der Jugendhilfe 

 Die „Güterhalle für Alle“ vereint erstmals  vielfältige soziale, kulturelle und unter-stützende Angebote für junge Menschen sowie das Quartier unter einem Dach und schafft dadurch niedrigschwellige Zugänge,  Beratung, Wohnen und Mitgestaltung in einem integrierten Holzneubau. Durch diese Bündelung entsteht ein offener, inklusiver  Sozialraum, der sowohl individuelle Lebens-perspektiven stärkt als auch das gesamte Viertel durch Begegnung, Teilhabe und  Integration nachhaltig belebt.

Ansprechperson