Ernährungsarmut betrifft viele Menschen – und bleibt oft unsichtbar

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Ein Kassenzettel zeigt: 6,51 Euro haben erwachsene Bürgergeldempfänger täglich für Ernährung zur Verfügung
Erwachsene Bürgergeldempfänger haben 6,51 Euro täglich für Ernährung zur Verfügung

Gesunde Ernährung darf keine Frage des Geldbeutels sein. Doch für viele Menschen wird genau das zunehmend zur Realität: Steigende Lebensmittelpreise, geringe Einkommen und soziale Unsicherheit führen dazu, dass ausgewogene Mahlzeiten oft nicht mehr selbstverständlich sind. Ernährungsarmut bedeutet nicht nur Hunger – sie bedeutet auch Verzicht auf frische und gesunde Ernährung, sowie auf soziale Teilhabe. Mit der Freundin einen Kaffee trinken zu gehen ist bei 6,51 Euro Tagessatz für Ernährung für diese Personen in der Regel nicht drin.

Da dieses Thema für viele südbadischen Mitgliedsorganisationen von großer Bedeutung ist, hat Sabine Wind, Referentin Armut im Paritätischen Baden-Württemberg, im April 2026 einen Impulsvortrag zum Thema Ernährungsarmut gehalten. Der anschließende Austausch hätte noch lange weiter geführt werden können. Die Vertreter*innen der Organisationen aus den Bereichen Familie, Kinder, Migration, Gemeindepsychiatrie und Bürgerschaftliches Engagement berichteten, dass sie täglich erleben, wie Alleinerziehende zuerst bei sich selbst sparen um wenigstens den Kindern gutes Essen zu geben, ältere Menschen bei Lebensmitteln sparen oder Familien zwischen Miete, Energie und Essen abwägen müssen. 

Ein weiterführender Austausch wurde gewünscht.