
Der trägerübergreifende Springerpool für flexible Personaleinsätze in Bad Cannstatt ist eines von 20 Teilprojekten des Projekts „Springer- und Ausfallkonzepte“ der Liga der freien Wohlfahrtspflege Baden-Württemberg. Im Fokus steht die Implementierung von Springer- und Ausfallkonzepten, gefördert im Rahmen von Innovation Pflege 2024. Ziel ist die Entwicklung flexibler und zukunftsfähiger Personaleinsatzkonzepte für die Pflege. Zur Sicherung der Wirksamkeit der Maßnahmen übernimmt das Steinbeis-Institut die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation.
Der Springerpool soll dem Stammpersonal verlässlichere Dienstpläne bieten, ihre Belastung verringern und die Arbeitsbedingungen verbessern. Den Springerkräften entfallen lange Wege, da sie lokal eingesetzt werden und von mehr Flexibilität profitieren. Der trägerübergreifende Springerpool ist komplexer, als er auf den ersten Blick erscheint, und mit zahlreichen Herausforderungen verbunden. Besonders die aktuellen gesetzlichen und steuerlichen Vorgaben schränken unsere Handlungsspielräume ein. Um diese Hürden zu meistern, verfolgen wir einen agilen Ansatz, der eine flexible Anpassung des Konzepts erlaubt und gleichzeitig die Einhaltung praktischer sowie rechtlicher Anforderungen sicherstellt.
Das Szenario umfasste zunächst drei Träger mit je einer Einrichtung, 258 Pflegeplätzen und mindestens drei Springern. In der weiteren theoretischen Betrachtung wurde es auf sieben Einrichtungen mit 464 Pflegeplätzen und fünf Springern erweitert. Abschließend wurde die Ausdehnung des Springerpools auf weitere Träger erwogen, um eine bedarfsgerechte und wirtschaftlich trag-fähige Lösung zu bestimmen.
Die ursprüngliche Kooperationskonzeption wurde im Projektverlauf angepasst. Rechtlich wurde uns die Gründung einer gemeinsamen, selbstkostendeckenden gGmbH als sinnvollste Lösung für die umsatzsteuerfreie Personalgestellung zwischen verschiedenen gemeinnützigen Trägern empfohlen. Alle beteiligten Träger sollen Gesellschafter der gGmbH werden und die Springerkräfte intern einsetzen, ohne sie an Dritte zu überlassen. Diese ambitionierte Lösung, die vom geplanten Vorhaben abweicht, wird zusätzliche strukturelle Herausforderungen mit sich bringen: hohe Anfangsinvestitionen, Fachkräftemangel, schwankende Auslastung sowie der Aufbau einer agilen Organisationsform mit unterschiedlichen und teilweise noch unbekannten Trägern bzw. Gesellschaftern. Vor diesem Hintergrund haben wir die gGmbH-Idee vorerst zurückgestellt und unseren Fokus auf den internen Springerpool sowie das bedarfsorientierte Ausfallmanagement verlagert, die wir gemeinsam weiter vorantreiben werden.
Gleichzeitig zeigen die Erfahrungen, dass für die Weiterentwicklung und Verbreitung innovativer trägerübergreifender Lösungen systematische Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen nötig sind, darunter Anpassungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes, Mehrwertsteuerbefreiung und eine entsprechende Refinanzierung für das trägerübergreifende Personalsharing zwischen gemeinnützigen Trägern. Ideen einbringen und profitieren! Nur aktives Mitwirken macht Innovationen möglich. Der trägerübergreifende Austausch fördert kreative Ideen und stärkt die Zusammenarbeit.
KONTAKT
Beata Běláková
Projektkoordinatorin Springerpool
Telefon 0711 530697-291
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