Bildungserfolge hängen stark mit der sozialen Herkunft zusammen. Kinder aus Familien mit geringem Einkommen oder mit Migrationsgeschichte tragen ein erhöhtes Risiko, im Schulsystem benachteiligt zu werden.
Besonders gravierend ist die Situation bei der Inklusion: Trotz einzelner Fortschritte liegt die Exklusionsquote im Ländervergleich weiterhin sehr hoch, während die Inklusionsquote deutlich hinter anderen Bundesländern zurückbleibt.
Damit wird klar: Das bestehende System erreicht noch nicht alle Kinder gleichermaßen. Eine bedarfsgerechte Beschulung bleibt daher notwendig, auch wenn das gemeinsame Ziel ein inklusives Bildungssystem für alle Kinder in Baden-Württemberg ist.
Herausforderungen bei Ganztagsgrundschulen
Auch der Ausbau der Ganztagsgrundschulen stellt das Land vor Herausforderungen. Ab 2026 gilt schrittweise ein bundesrechtlich verankerter Anspruch auf Ganztagsförderung. Fehlende Rahmenbedingungen, unklare Strukturen, Fachkräftemangel und Qualitätsunterschiede erschweren jedoch eine verlässliche Umsetzung.
Gute Ganztagsbildung braucht multiprofessionelle Teams, kindgerechte Lern- und Aufenthaltsräume sowie pädagogisch gestaltete, rhythmisierte Tagesabläufe. Sie muss zudem für Kinder mit Behinderung selbstverständlich zugänglich und bedarfsgerecht nutzbar sein – ohne Ausnahmen und Barrieren.
Die Bedeutung der Schulsozialarbeit
Schulsozialarbeit spielt eine entscheidende Rolle für Chancengerechtigkeit und mentale Gesundheit. Sie stärkt Kinder und Jugendliche im Alltag, wirkt präventiv, bietet Beratung und vernetzt Hilfsangebote.
Dennoch ist die Finanzierung bis heute nicht flächendeckend gesichert, insbesondere an freien Schulen. Für ein starkes und gerechtes Bildungssystem braucht es daher verlässliche Strukturen, ausreichend Ressourcen und eine bindende Verankerung der Schulsozialarbeit an allen Schulen.
Sozialraumorientierte, inklusive Schulentwicklung

Der Weg zu mehr Bildungsgerechtigkeit führt über eine sozialraumorientierte, inklusive Schulentwicklung, die das Land aktiv gestalten und verlässlich unterstützen muss.
Dafür braucht es klare landesweite Rahmenbedingungen, ausreichende Finanzierung und eine echte Priorisierung von Bildungspolitik im Landeshaushalt. Das Land trägt die Verantwortung, chancengerechte Strukturen zu schaffen, multiprofessionelle Teams zu stärken und Schulen in ihrer Qualitätsentwicklung zu begleiten.
Dies schließt aktuell auch eine vielfältige, bedarfsentsprechende Form der Beschulung ein, die alle Schüler*innen mit ihren behinderungsbedingten Bedarfen berücksichtigt.
Starke Bildungspolitik für echte Teilhabe
Eine starke Bildungspolitik für Baden-Württemberg stellt sicher, dass Vielfalt anerkannt, Barrieren systematisch abgebaut und jedem Kind – unabhängig vom Wohnort und seinem Bedarf – echte Teilhabe ermöglicht wird.
Mit der Landtagswahl entscheiden wir darüber, welchen Stellenwert gerechte und inklusive Bildung in den kommenden Jahren haben wird.