
Die Kinder- und Jugendhilfe stärkt junge Menschen, besonders in Krisenzeiten, fördert ihre Entwicklung und sichert Teilhabe durch vielfältige Unterstützungsangebote. Jetzt braucht es politische Priorität und verlässliche Ressourcen, damit die junge Generation die Stabilität erhält, die sie dringend braucht.
Junge Menschen im Fokus
In Baden-Württemberg leben über 3 Millionen junge Menschen unter 27 Jahren – knapp ein Drittel der Bevölkerung. Sie alle sind Zielgruppe der Kinder- und Jugendhilfe. Ihr Auftrag ist es, Benachteiligungen abzubauen, Teilhabe zu sichern und positive Entwicklungsbedingungen zu schaffen.
Das Leistungsspektrum reicht von Familienförderung, Beratung und Offener Kinder- und Jugendarbeit über Schulsozialarbeit bis hin zu individuellen Hilfen und stationären Angeboten. Grundlage ist das Recht jedes jungen Menschen auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer selbstbestimmten, eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit, verankert im Achten Sozialgesetzbuch.
Krisen als Dauerzustand
Die Lebenswelten von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben sich stark verändert. Sie wachsen zunehmend in einer Welt voller Unsicherheiten und Krisen auf: Angst vor Krieg, wirtschaftliche Sorgen, Klimakrise und gesellschaftliche Spaltung prägen ihren Alltag.
Dieser dauerhafte Krisenmodus führt zu Stress, Zukunftsängsten und Ohnmachtsgefühlen. Ein Viertel der jungen Menschen bewertet ihre eigene psychische Gesundheit inzwischen so, dass eine Behandlung erforderlich wäre (Trendstudie 2025). Sie sehen sich enormen Herausforderungen und Erwartungen konfrontiert, gleichzeitig ist ihre Umwelt geprägt von Krisen als Dauerzustand. Dies führt häufig zu Perspektivlosigkeit und erhöht die Anfälligkeit für depressive Symptome und Angststörungen.
Vielseitige Angebote der Kinder- und Jugendhilfe
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, braucht es eine gut ausgebaute, verlässlich finanzierte und präventiv wirkende Kinder- und Jugendhilfe. Sie bietet vielfältige Zugänge: Jugendhäuser, Jugendfarmen und Aktivspielplätze ermöglichen Selbstwirksamkeit, soziale Erfahrungen und kreative Entfaltung.
Beratungsstellen unterstützen bei individuellen Problemlagen, während stationäre und teilstationäre Einrichtungen sichere Orte bieten, an denen junge Menschen Stabilität erfahren und neue Lebensentwürfe entwickeln können. Mobile Jugendarbeit und Schulsozialarbeit erreichen Kinder und Jugendliche direkt in ihrem Umfeld und gehen passgenau auf ihre Situation ein.
Gesundheit und gesellschaftliche Verantwortung
Angesichts steigender psychischer Belastungen wird deutlich, dass die Gesundheit der jungen Generation ein zentraler gesellschaftlicher Auftrag ist. Junge Menschen sind keine Randgruppe, sondern die Gestaltenden von morgen. Ihr Wohlbefinden ist Grundvoraussetzung für ein solidarisches Gemeinwesen und die Zukunftsfähigkeit des Landes.
Die Kinder- und Jugendhilfe ist ein zentrales Schutz- und Unterstützungssystem. Damit sie weiterhin ihren wichtigen Beitrag leisten kann, braucht sie politische Priorität, verlässliche Strukturen und ausreichende Ressourcen.
Die junge Generation benötigt Stabilität – und sie braucht sie jetzt.