Der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg unterstützt als Teil der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg die Forderung, soziale Daseinsvorsorge politisch zu priorisieren. „Kitas, Pflegeeinrichtungen, Beratungsstellen, Angebote der Eingliederungshilfe, der Jugend- und Familienarbeit sind nicht nur individuelle Hilfen, sondern tragende Säulen unserer Wirtschaft und Demokratie. Soziale Arbeit ermöglicht Teilhabe, stärkt Menschen in Krisen und sichert den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ohne verlässliche soziale Infrastruktur können Fachkräfte nicht arbeiten, Regionen nicht bestehen und gesellschaftliche Krisen nicht bewältigt werden“, sagt Ulf Hartmann, Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg.
Gleichzeitig, so Hartmann weiter, geraten soziale Angebote zunehmend unter Druck: „Kommunale Haushaltsnotlagen treffen insbesondere kleinere soziale Einrichtungen.“ Schon heute seien außerdem Bedarfe in vielen Bereichen nicht gedeckt: Es fehlten Pflegeplätze, Plätze in Frauenhäusern, niedrigschwellige Beratungs- und Präventionsangebote, Unterstützungsleistungen für Menschen mit Behinderungen und vieles mehr. Wenn Angebote eingeschränkt werden oder wegfallen, entstehen Risse im sozialen Gefüge, die weitreichende Folgen für Teilhabe, Zusammenhalt und demokratische Resilienz haben.
„Deshalb braucht es jetzt politischen Mut und klare Prioritäten: Eine Neuordnung der Finanzbeziehungen zwischen Bund, Ländern und Kommunen sowie einen spürbaren und konsequenten Bürokratieabbau“, so der Vorstand weiter. Ebenso notwendig sei eine gerechte Finanzierung sozialer Infrastruktur – etwa durch eine maßvoll ausgestaltete Vermögens- und eine gerechtere Erbschaftssteuer – nicht als ideologisches Projekt, sondern als Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung.
Ulf Hartmann betont abschließend: „Die Landtagswahl am 8. März 2026 ist kein politisches Ritual, sondern ein Auftrag. Soziale Daseinsvorsorge muss geschützt und weiterentwickelt werden – denn nur ein handlungsfähiger Sozialstaat macht Baden-Württemberg widerstandsfähig und unsere Demokratie stark.“
Zur Pressemitteilung der Liga der freien Wohlfahrtspflege BW Soziales ist keine Wohlfühlpolitik – sondern ein Standortfaktor für Baden-Württemberg – Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg
Der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg ist einer der sechs anerkannten Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege. Er ist konfessionell, weltanschaulich und parteipolitisch unabhängig. Er steht für Solidarität, soziale Gerechtigkeit und Teilhabe und wendet sich gegen jegliche Form sozialer Ausgrenzung. Ihm sind in Baden-Württemberg über 940 selbstständige Mitgliedsorganisationen mit insgesamt rund 2.000 sozialen Diensten und Einrichtungen angeschlossen sowie rund 50.000 freiwillig Engagierte und 80.000 Hauptamtliche. Weiter Infos unter www.paritaet-bw.de