Nächtliches Alkoholverkaufsverbot anlässlich der Aktionswoche Alkohol

Erfolgreiche Präventionsmaßnahme sollte Bestandteil moderner Alkoholpolitik werden

Stuttgart, 15. Juni 2026 - Anlässlich der bundesweiten Aktionswoche Alkohol vom 13.-21. Juni fordert der Paritätische Landesverband die neue Landesregierung von Baden-Württemberg auf, das bis 2017 geltende Alkoholverkaufsverbot zwischen 22 Uhr und 5 Uhr wieder einzuführen. Die damalige Regelung untersagte den Verkauf alkoholischer Getränke in Tankstellen, Kiosken und Supermärkten während der Nachtstunden, was sich als wirksame Maßnahme zur Reduzierung alkoholbedingter Gewalt erwies. Die Wiedereinführung des nächtlichen Alkoholverkaufsverbots soll geprüft und damit ein klares Signal für Gesundheitsschutz, Gewaltprävention und Kinder- und Jugendschutz gesetzt werden.

„Es ist erwiesen, dass während der Geltungsdauer des nächtlichen Alkoholverkaufsverbots die Zahl der Körperverletzungen deutlich zurückging. Diese Erkenntnisse sollten angesichts der erheblichen gesundheitlichen und gesellschaftlichen Folgen des Alkoholkonsums nicht ignoriert werden“, erklärt Stefanie Artelt, Referentin Sucht- und Drogenhilfe des Paritätischen Landesverbands.

Die Forderung steht im Einklang mit den aktuellen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation. Demnach gelten die Einschränkung der Verfügbarkeit alkoholischer Getränke, höhere Preise durch eine angemessene Besteuerung sowie ein umfassendes Verbot von Alkoholwerbung als besonders wirksame Maßnahmen zur Verringerung des Alkoholkonsums und dessen Folgen. Deutschland belegt einen der letzten Plätze im internationalen Ranking, was die Alkoholprävention anbelangt. Hauptgründe sind die nahezu uneingeschränkte Verfügbarkeit alkoholischer Getränke rund um die Uhr sowie vergleichsweise niedrige Verbrauchssteuern.

Die gesundheitlichen und gesellschaftlichen Folgen des Alkoholkonsums sind erheblich. „Alkohol ist kein gewöhnliches Konsumgut. Die Folgen tragen nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch Familien, Kinder, das Gesundheitswesen und die Gesellschaft insgesamt. Deshalb braucht es wirksame politische Maßnahmen, die nachweislich Schaden reduzieren“, so Stefanie Artelt.

An der bundesweiten Aktionswoche Alkohol beteiligen sich auch Mitgliedsorganisationen des Landesverbandes mit Informations- und Präventionsangeboten. Geplant sind unter anderem Aktionen in Singen sowie in Rastatt und Baden-Baden.