Landesförderung für Tagesstätten für psychisch erkrankte Menschen gefordert

Frau gießt Kaffee in ein Glas

Stuttgart, 07.04.2026 - Baden-Württemberg verfügt über ein flächendeckendes und wirksames Angebot von 105 Tagesstätten für psychisch erkrankte Menschen. Sie bieten Betroffenen einen Ort für Begegnung, Austausch und Beratung sowie Tagesstruktur und Beschäftigung. Das Angebot ist jedoch vielerorts akut von Kürzungen bedroht. Die Finanzierung beruht derzeit allein auf freiwilligen Leistungen der Kommunen, die aufgrund ihrer angespannten Haushaltslage zunehmend Einsparungen in diesem Bereich vornehmen. Anlässlich des Weltgesundheitstags appelliert der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg an die künftige Landesregierung, die Tagesstätten durch eine verlässliche Landesförderung dauerhaft und gemeinsam mit den Kommunen zu finanzieren. Zudem fordert der Verband, dieses Hilfsangebot im Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz Baden-Württemberg zu verankern und damit nachhaltig zu sichern.

„Tagesstätten helfen Menschen mit einer schweren psychischen Erkrankung dabei, ihre Isolation zu überwinden, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen und ihren Tag zu strukturieren. Probleme und Unsicherheiten können angesprochen und besprochen werden. Auf diese Weise tragen Tagesstätten zur psychischen Stabilisierung der Betroffenen bei. Müssen Tagesstätten ihr Angebot massiv einschränken oder ganz schließen, bleiben Menschen mit psychischen Erkrankungen in ihrem Alltag auf sich allein gestellt und ziehen sich zurück. Um das zu verhindern, muss die neue Landesregierung eine Landesförderung auf den Weg bringen“, betont Ulf Hartmann, Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg. Eine verlässliche, gemeinsame Finanzierung der Tagesstätten durch Land und Kommunen ist wichtig, um die Grundversorgung von psychisch erkrankten Menschen zu gewährleisten, so Hartmann weiter.

„Die Komplexität der Hilfesysteme für psychisch erkrankte Menschen führt dazu, dass viele durchs Raster fallen. Tagesstätten schaffen hier einen unkomplizierten Zugang und wirken als stabilisierendes Auffangnetz innerhalb des Systems“, ergänzt Jutta Kraus, Geschäftsführung von VIADUKT Hilfen für psychisch Kranke e.V. in Göppingen.

„Die Tagesstätte ist das Herz der sozialpsychiatrischen Versorgung in der Region. Das Angebot erreicht Menschen, die vom regulären Hilfesystem oft nicht erreicht werden. Mit der durch das Bundesteilhabegesetz verstärkten Ausrichtung auf die individuelle Personenzentrierung braucht es zugleich Angebote, die den Sozialraum der Betroffenen in den Blick nehmen. Tagesstätten schließen genau hier eine entscheidende Lücke“, erläutert Ingo Kanngiesser, Geschäftsführung von GpZ Überlingen gemeinnützige GmbH.
 

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GpZ Überlingen gemeinnützige GmbH, Ingo Kanngiesser, Geschäftsführung, Tel. 07551/30118-0, E-Mai: email@g-p-z.de, https://g-p-z.de
 

VIADUKT Hilfen für psychisch Kranke e.V. in Göppingen, Jutta Kraus, Geschäftsführung, Tel. 07161 / 656 16 –30, E-Mail: gf@viadukt-gp.de, https://viadukt-gp.de