Projekt Irene: Die Stimmen der Inklusion

Lesezeit
3
vier Personen sitzen an zwei Tischen  mit Mikrofonen vor einer gelben Wand, auf sie sind 2 große Scheinwerfer im Vordergrund gerichtet
Das Projekt Irene des Paritätischen ermächtigt Menschen mit Behinderungen für eine eigene Stimme in Text, Video und Podcast.

Seit Oktober 2023 ermöglicht das Projekt IRENE – Inklusives Redaktionsnetzwerk – Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung, ihre eigenen Themen journalistisch aufzubereiten und zu veröffentlichen. Jetzt nähert sich das von der Baden-Württemberg Stiftung geförderte Projekt seinem Abschluss. Ein Rückblick auf drei Jahre digitale Teilhabe, Medienkompetenz und inklusives Miteinander.

Was ist IRENE?

IRENE steht für Inklusives Redaktionsnetzwerk und ist ein Projekt des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Baden-Württemberg. Es richtet sich insbesondere an Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung aus Mitgliedsorganisationen des Verbandes. Das übergeordnete Ziel: Menschen mit Behinderung sollen nicht nur über Medien informiert werden – sie sollen selbst Medien machen. Artikel schreiben, Fotos aufnehmen, Videos produzieren, Podcasts aufnehmen. Auf Augenhöhe, selbstbestimmt und sichtbar. Die Abschlussveranstaltung ist für den 29. September 2026 geplant.

Was wurde erreicht?

Medienkompetenz aufgebaut – Schritt für Schritt 

  • Im ersten Projektjahr lernten die Teilnehmenden unter dem Motto „Vom Brainstorming bis zum Schluss – Wie schreibe ich einen guten Text?" in vier Online-Fortbildungen die Grundlagen des journalistischen Schreibens. Über 20 Projektteilnehmer*innen aus rund einem Dutzend Einrichtungen waren dabei.
  • Im Herbst 2024 folgte das nächste Fortbildungsmodul: „Wie mache ich ein gutes Video?" Hier lernten rund 20 Teilnehmer*innen gemeinsam mit ihren Pat*innen, wie man Videobeiträge plant, dreht und schneidet. Im Frühjahr 2025 entwickelten sie dann eigene Videoprojekte und erarbeiteten Drehbücher. Online-Coachings begleiteten den Prozess.
  • Seit April 2026 treffen sich die Teilnehmenden der Organisationen, um gemeinsam einen Podcast zu produzieren – ein eindrucksvolles Zeichen dafür, wie weit die Gruppe in ihrer Medienkompetenz gewachsen ist. Bis September sind 6 Podcasts geplant. 

Eine eigene Plattform für eigene Stimmen 

Alle Beiträge der Teilnehmenden werden auf der barrierearmen Webseite irene-online.org veröffentlicht. Dort entsteht ein landesweites Redaktionsnetzwerk, das auch bestehende Print- und Onlinemedien einbindet und vernetzt.

Train-the-Trainer – Wissen weitergeben 

Ein besonderes Merkmal des Projekts: Die Teilnehmenden werden nicht nur selbst befähigt – sie geben ihr Wissen auch an andere Interessierte in ihren Einrichtungen weiter. So multipliziert sich die Wirkung des Projekts weit über die unmittelbaren Teilnehmenden hinaus.

Damit die Projektergebnisse auch nach Ablauf der Förderung nutzbar bleiben, entsteht ein Curriculum aus barrierefreien Erklärvideos – nachhaltig, zugänglich und für alle.

Warum IRENE wichtig ist

Digitale Teilhabe ist heute eine Grundvoraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Wer nicht selbst im Netz sichtbar ist, wer seine Themen nicht selbst formulieren kann, bleibt unsichtbar. IRENE dreht diesen Spieß um: Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung werden zu Akteur*innen – nicht zu Objekten der Berichterstattung.

Das Projekt baut auf den Vorgängerprojekten „Politik leicht erklärt" und „Politik mitgemacht" auf, die bereits große Resonanz erzielt hatten, und geht noch einen Schritt weiter: hin zu echter redaktioneller Eigenverantwortung.

Abschlussveranstaltung am 29. September 2026

Am 29. September 2026 lädt der Paritätische Baden-Württemberg zur Abschlussveranstaltung des IRENE-Projekts ein. Dort werden die Ergebnisse der drei Projektjahre präsentiert und gefeiert. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

Meine Forderung an die Landespolitik