„Alternative Sozialkonferenz“ in Göppingen

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Fünf junge Menschen fassen sich im Kreis an die Unterarme
„Alternative Sozialkonferenz“ setzt Zeichen gegen Kürzungen im Landkreis Göppingen

Am 30.06.2026 fand in Göppingen die „Alternative Sozialkonferenz“ statt. Eingeladen hatte die Liga der freien Wohlfahrtspflege Göppingen und der ZSFT (Zusammenschluss freier Träger der Jugendhilfe). Nachdem seitens des Landkreises sowohl die Jugendhilfe- als auch die Sozialausschusssitzung abgesagt wurden, entschlossen sich die Träger zu diesem Format. Eingeladen waren neben den Mitgliedern der Liga und des ZSFT die Verantwortlichen in der Verwaltung des Landkreises und die Fraktionen. Sowohl der Sozialdezernent des Landkreises als auch die Vertreter der Fraktionen folgten der Einladung, insgesamt waren es über 50 Personen. Ziel war es, die ersten sichtbaren Auswirkungen der Sparbeschlüsse des vergangenen Jahres für 2026 aufzuzeigen, aber auch wieder in konstruktive Gespräche miteinander zu kommen. 

Nach den drastischen, einseitig kommunizierten Sparmaßnahmen im sozialen Bereich gab es in 2025 eine der größten Demonstrationen im Landkreis und eine Kampagne mit über 10.000 Unterschriften gegen diese Vorhaben. Betroffen sind sogenannte freiwillige Leistungen, besonders die Streichung der Landkreisförderung zu Familientreffs, massive Kürzungen bei Beratungsstellen, Schulsozialarbeit und anderen.

Nach Zitaten aus der Studie „Demokratie leben“ zu Gefährdungen der Demokratie wurden die jetzt schon sichtbaren Auswirkungen der Kürzungen vorgetragen. Als Beispiele - neben der Schließung von Beratungsstellen oder starker Verkürzung der Öffnungszeiten - fallen nach derzeitigem Stand einige der Familientreffs weg. Ein paar Kommunen beraten noch, ob sie aus kommunalem Budget die Einrichtung vor Ort weiterführen. Im Jugendhilfebereich sind Stellen der Schulsozialarbeit noch ein Jahr über eine Stiftung finanziert. Es wurde die Wichtigkeit eines sozialen Netzwerkes erläutert, und dass hier „Löcher im Netz“ auch starke Auswirkungen auf nicht direkt betroffene Bereiche haben. Bisher gibt es keine Aussagen, was mit hilfesuchenden Menschen, die nicht mehr betreut werden können, dann weiter passiert.

Auf einem „Markt der Lücken“ informierten sich die Fraktionsvertreter*innen an Ständen bei betroffenen Einrichtungen und deren Mitarbeitenden direkt. Im abschließenden Plenum herrschte Einigkeit, dass diese Konferenz ein guter Ausgangspunkt ist, um wieder ins Gespräch zu kommen. Liga und der ZSFT haben bereits ein Gesprächsangebot seitens des Landrates erhalten.