Diana Arnold (CDU), Dorothea Kliche-Behnke (SPD), Daniel Lede Abal (B90/ Die Grünen), Tom Besenfelder in Vertretung von Katharina Poppei (Die Linke) und Irene Schuster (FDP) sagten ihre Teilnahme sofort zu. Auch der Zulauf auf Seiten des Sozialwesens war groß: Über 30 Personen fanden sich bei der kit-Jugendhilfe ein, um ins Gespräch mit den Kandidierenden zu gehen. Da Interesse am fachlichen Austausch aus den unterschiedlichsten sozialen Sparten angemeldet worden war, kündigte Fabienne Christen, Regionalleitung Neckar-Alb des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, ein Format in der Manier eines „politischen Speed-Datings“ an – viele Kontaktmöglichkeiten und eine Vielzahl an inhaltlichen Informationen und Fragen, mit der Möglichkeit, im Anschluss an die Veranstaltung vertieft in den Kontakt zu gehen. Nach einem kurzen Einstieg zur Bedeutung des Sozialwesens als Ganzes wurde an fünf Thementischen mit Vertreter*innen von jeweils zwei sozialen Einrichtungen 10 Minuten lang mit einem Kandidierenden diskutiert, informiert und nachgefragt. Anschließend wechselten die Kandidierenden an den nächsten Tisch, bis nach 60 Minuten alle fünf Gesprächsrunden absolviert waren. Dorothea Kliche-Behnke fasste entsprechend zusammen, dass sie soeben durch ein buntes Sammelsurium an sozialen Fachbereichen geeilt sei, das sie sich mühsam in 18 Jahren kommunal- und landespolitischer Tätigkeit erschlossen hatte. Gerade für die Neulinge unter den Kandidierenden war das Format demgemäß herausfordernd. Dennoch meisterten alle fünf Politiker*innen die Veranstaltung vorbildlich: Es wurde an den Tischen mit Interesse nachgehakt, politisch Stellung bezogen und manches in Kontrast zu den politischen Realitäten gesetzt, obwohl definitiv Verständnis für die sachliche Notwendigkeit von politischen Anpassungen vorhanden sei. Abschließend erhielten die Kandidierenden die Gelegenheit im Plenum ihr jeweiliges Fazit und den Bezug zum Wahlprogramm zu formulieren. Hier legte Diana Arnold (CDU) einen Schwerpunkt auf die kostenlose frühkindliche Bildung, Entbürokratisierung und Hilfe durch verbesserte Digitalisierung. Irene Schuster (FDP) erwähnte unter anderem, dass durch mehr Vertrauen mehr Handlungsspielräume für soziale Einrichtungen entstehen sollten und von sozialen Härten Betroffene möglichst viel Wahlfreiheit haben sollten. Dorothea Kliche-Behnke (SPD) betonte, dass die ungleichen Lebensverhältnisse gesellschaftlich schwierig seien; zudem brauche es mehr vom Land initiierte und kontrollierte Standards im Sozialwesen. Auch die Bedeutung von Prävention und einer bedarfsdeckenden Versorgung bei psychischen Krisen müsse politisch ernstgenommen werden. Daniel Lede Abal (B90/die Grünen) wiederum machte sich stark dafür, von der Projektfinanzierung hin zu einer verlässlichen und nachhaltigen finanziellen Ausstattung zu gelangen. Außerdem sprach er offen aus, dass mehr Geld, auch für die Kommunen, notwendig sei für ein funktionierendes Sozialwesen. Hier dockte auch Tom Besenfelder (die Linke) an, der die belasteten Kommunalfinanzen ebenfalls als drängende politische Aufgabe benannte. Zudem seien generell faire Löhne die beste Prävention von sozialen Härten. Parteiübergreifend wurde betont, dass es politische Lösungen für die oft prekären Wohnsituationen brauche. Und auch, dass von den sozialen Einrichtungen erbrachte sogenannte Freiwilligkeitsleistungen mitnichten nur freiwillige – und somit verzichtbare – Angebote sind, wurde wiederholt von den Politiker*innen benannt. Vielmehr sind diese Ausdruck des grundlegenden Rechts auf soziale Teilhabe der Menschen und müssen dementsprechend auch weiterhin gestützt werden.
An den Gesprächsrunden teilgenommen hatten: Vertreter*innen der Aidshilfe Tübingen-Reutlingen, Asylzentrum Tübingen, AK Leben, BWLV, Dachverband kleiner freier Kita-Träger Tübingen, Frauen helfen Frauen, kit-Jugendhilfe, Lebenshilfe Tübingen, Plan B/Move on, Studierendenwerk Tübingen-Hohenheim, Tageselternverein Tübingen, Verband alleinerziehender Mütter und Väter und des Vereins für Sozialpsychiatrie (Paritätischer Kreisverband Tübingen) und die AWO Böblingen-Tübingen.