Café Pari im InFö e.V.

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Das Infö e.V. Tübingen
Am 22. April lud das InFö - Initiative zur Förderung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Bildungs- und Freizeitbereich e.V. - zum Café Pari.

Der Einladung folgten 15 Personen aus paritätischen Mitgliedsorganisationen. Nach einer kurzen Vorstellung des bunten Portfolios des InFö e.V. – vom Mehrgenerationenhaus über Integrations- und Sprachkurse bis hin zum Projekt zur Vorbereitung von Migrant*innen für Pflegeberufe ist alles dabei – wurden anschließend im Schwerpunkt die Arbeitsweise und Themen der Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte präsentiert. Hier finden Menschen mit Migrationsgeschichte ab 27 Jahren eine Ansprechstelle für Probleme, denen sie sich ausgesetzt sehen und die sie alleine nicht bewältigen können. Die gibt es zahlreich im unübersichtlichen Behördendschungel in Deutschland. Und auch die Angebote anderer sozialer Organisationen sind nicht immer leicht in ihrer Zuständigkeit auf dem Schirm zu behalten, während dies zentral ist, um erfolgreich für weitere Anliegen zu vermitteln. Hier konnte das gemütliche Beisammen-Sein im Café Pari unterstützen, da es niedrigschwellige Kontakte zu anderen Mitgliedsorganisationen in benachbarten Tätigkeitsfeldern herstellte. Entsprechend wurde auf Initiative einer Teilnehmerin auch gleich ein Fall diskutiert, bei dem in Frage stand, wo die richtige Anlaufstelle für das sehr komplexe und spezielle Problem liegen könnte. 

Im anschließenden Austausch der Besucher*innen kam zur Sprache, dass Beratungsstellen bereichsübergreifend sehr am Limit sind mit ihren Kapazitäten. Entsprechend wird als sehr schwierig wahrgenommen, wenn einzelne Beratungsangebote für Klient*innen in speziellen Lebenslagen plötzlich nicht mehr finanziert werden, weil man diesen besonderen Bedarf nicht mehr strukturell unterstützen möchte – diese Klient*innen schlagen dann in allgemeineren Beratungsstellen auf, während dort bereits jetzt die Anfragen nicht mehr zufriedenstellend bedient werden können. Auch wurde problematisiert, dass dringend noch mehr Formularhilfe-Angebote eingerichtet werden müssen, da Klient*innen oftmals grundlegend damit überfordert sind, behördliche Dokumente korrekt auszufüllen – auch dies eine Tätigkeit, die nicht nebenbei noch von den allgemeinen Beratungsstellen übernommen werden kann. Mit einiger Bestürzung wurde registriert, dass durch die Finanzierungsweise des Bundes – immer nur jahresweise werden die Mittel bewilligt – dauerhaft unsichere Arbeitsplätze geschaffen werden: Die Mitarbeitenden können entsprechen auch vom InFö immer nur Jahresverträge ohne langfristige Perspektive erhalten. Und die Integrationskurse müssen von Honorarkräften abgehalten werden, da eine Festanstellung unter den gegebenen Finanzierungskonditionen für den Träger nicht refinanzierbar ist. Auch die jüngste – äußerst kurzfristig bekannt gegebene – Beendigung der Finanzierung von Integrationskursen für diverse Anspruchsgruppen wurde von den Teilnehmenden heiß diskutiert. Für das InFö bedeutet sie einen Rückgang von 35-40% der Teilnehmendenzahlen, mit allen Konsequenzen für Angebote und Versorgung der betroffenen Menschen. Dass eine solide Unterstützung der Integration gesellschaftlich extreme Relevanz besitzt, war unter den Anwesenden Konsens. 

Trotz aller Krisenstimmung war bemerkenswert, mit welchem Elan und mit welcher Begeisterung die Mitarbeitenden des InFö ihre Tätigkeiten beschrieben – so wurde anschließend trotzdem gemütlich ausgetauscht und genetzwerkt.