Die Geschichte des Paritätischen Baden-Württemberg

1924 bis 1954: Gründung, Auflösung und Neuanfang

Eine Dame erklärt einer anderen Dame etwas

Der Paritätische Wohlfahrtsverband entstand 1924 als fünfter Verband der freien Wohlfahrtspflege. In Baden und Württemberg schlossen sich zunächst 69 Anstalten und Heime dem Reichsverband an. 

Die Entwicklung wurde 1934 durch die Gleichschaltung und Auflösung des Verbandes unterbrochen. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der Wiederaufbau. 1949 erfolgte in Frankfurt/Main die Wiedergründung zum Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband. In Württemberg bzw. Baden gab es seit 1917/48 Landesverbände, die sich 1954 zum Landesverband Baden-Württemberg zusammenschlossen. Zu den frühen Aufgaben gehörten: die Wirtschafts- und Individualfürsorge, die Unterstützung von Familien, die Müttererholung sowie die Versorgung von Menschen, die durch Krieg und Not besonders belastet waren.  

1924 bis 1954: Gründung, Auflösung und Neuanfang

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Eine Dame erklärt einer anderen Dame etwas

Der Paritätische Wohlfahrtsverband entstand 1924 als fünfter Verband der freien Wohlfahrtspflege. In Baden und Württemberg schlossen sich zunächst 69 Anstalten und Heime dem Reichsverband an. 

Die Entwicklung wurde 1934 durch die Gleichschaltung und Auflösung des Verbandes unterbrochen. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der Wiederaufbau. 1949 erfolgte in Frankfurt/Main die Wiedergründung zum Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband. In Württemberg bzw. Baden gab es seit 1917/48 Landesverbände, die sich 1954 zum Landesverband Baden-Württemberg zusammenschlossen. Zu den frühen Aufgaben gehörten: die Wirtschafts- und Individualfürsorge, die Unterstützung von Familien, die Müttererholung sowie die Versorgung von Menschen, die durch Krieg und Not besonders belastet waren.  

1955 bis 1970: Aufbau sozialer Angebote in Baden-Württemberg

ein Junge mit einem Mann in einem Rollstuhl, eine Gruppe Menschen vor einem Schloss

In den 1950er- und 1960er-Jahren wuchs der Verband stark. Die Zahl der Mitgliedsorganisationen stieg von 72 im Jahr 1955 auf 178 im Jahr 1965. Auch die Zahl der Einrichtungen erhöhte sich deutlich. 

Dem Paritätischen schlossen sich unter anderem Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, Einrichtungen der Behindertenhilfe, Kindertagesstätten, Kinder- und Jugendheime, Studentenwerke, Einrichtungen der Müttergenesung sowie Angebote für wohnungslose, geflüchtete und pflegebedürftige Menschen an. 

In dieser Zeit entstanden zahlreiche innovative Angebote: 

  • der erste Essenszubringerdienst für ältere und gebrechliche Menschen, 
  • neue Hilfen für Menschen mit Multiple Sklerose, 
  • Rehabilitationshilfen im häuslichen Umfeld, 
  • Angebote für psychisch erkrankte Menschen, 
  • Einrichtungen der Altenhilfe und Müttergenesung, 
  • ehrenamtliche Nachbarschafts- und Laienhilfe. 

Viele dieser Ansätze waren für Baden-Württemberg oder sogar bundesweit wegweisend. Der Verband reagierte damit früh auf die konkreten Bedürfnisse der Menschen vor Ort.  

1960 übergibt Geschäftsführer Gerhard Haag an Otto Würschinger. Nach dem Tod Karl Mailänders wird Dr. Lothar Christmann neuer Landesvorsitzender. 

1955 bis 1970: Aufbau sozialer Angebote in Baden-Württemberg

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ein Junge mit einem Mann in einem Rollstuhl, eine Gruppe Menschen vor einem Schloss

In den 1950er- und 1960er-Jahren wuchs der Verband stark. Die Zahl der Mitgliedsorganisationen stieg von 72 im Jahr 1955 auf 178 im Jahr 1965. Auch die Zahl der Einrichtungen erhöhte sich deutlich. 

Dem Paritätischen schlossen sich unter anderem Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, Einrichtungen der Behindertenhilfe, Kindertagesstätten, Kinder- und Jugendheime, Studentenwerke, Einrichtungen der Müttergenesung sowie Angebote für wohnungslose, geflüchtete und pflegebedürftige Menschen an. 

In dieser Zeit entstanden zahlreiche innovative Angebote: 

  • der erste Essenszubringerdienst für ältere und gebrechliche Menschen, 
  • neue Hilfen für Menschen mit Multiple Sklerose, 
  • Rehabilitationshilfen im häuslichen Umfeld, 
  • Angebote für psychisch erkrankte Menschen, 
  • Einrichtungen der Altenhilfe und Müttergenesung, 
  • ehrenamtliche Nachbarschafts- und Laienhilfe. 

Viele dieser Ansätze waren für Baden-Württemberg oder sogar bundesweit wegweisend. Der Verband reagierte damit früh auf die konkreten Bedürfnisse der Menschen vor Ort.  

1960 übergibt Geschäftsführer Gerhard Haag an Otto Würschinger. Nach dem Tod Karl Mailänders wird Dr. Lothar Christmann neuer Landesvorsitzender. 

1970 bis 1989: Selbsthilfe, Freiwilligendienste und regionale Präsenz

Ein junger Mann bringt einer Seniorin Essen an die Tür

In den 1970er-Jahren gewann die Selbsthilfe zunehmend an Bedeutung. Neue Selbsthilfeorganisationen und soziale Initiativen kamen hinzu und veränderten die Zusammensetzung des Verbandes. 

Gleichzeitig baute der Paritätische seine regionale Präsenz aus. Kreisgruppen und Kreisbeauftragte vertraten die Interessen des Verbandes auf kommunaler Ebene und unterstützten Mitgliedsorganisationen vor Ort. 

Weitere wichtige Entwicklungen waren: 

  • die Übernahme der Verwaltungsstelle für den Zivildienst, 
  • die Einrichtung des Freiwilligen Sozialen Jahres in Baden-Württemberg, 
  • der Aufbau von Arbeitskreisen zum fachlichen Austausch, 
  • die Gründung des Paritätischen Jugendwerks, 
  • Modellprojekte in der Gerontopsychiatrie, 
  • die Stärkung ambulanter und sozialraumorientierter Hilfen. 

Ende der 1970er-Jahre zählte der Verband bereits rund 400 Mitgliedsorganisationen. 1971 folgt Dr. Gerhard Rooschütz auf den verstorbenen Lothar Christmann. 1975 wird der Verband durch eine hauptamtliche Doppelspitze, bestehend aus Gerhard Mai und Bernd Prahlow, geführt. 1980 wird Helmut Roth zum Nachfolger von Dr. Gerhard Rooschütz als Landesvorsitzender gewählt. 

In den 1980er-Jahren kamen unter anderem Frauenhäuser, Frauen- und Mädchenprojekte, Arbeitsloseninitiativen sowie Beschäftigungsunternehmen hinzu. 

1985 Nach dem Tod von Gerhard Mai übernimmt Bernd Prahlow die Geschäftsführung bis 1988, bevor Hansjörg Böhringer als Geschäftsführer ernannt wird. 1989 wird Ernst Harmening neuer Landesvorsitzender.

1970 bis 1989: Selbsthilfe, Freiwilligendienste und regionale Präsenz

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Ein junger Mann bringt einer Seniorin Essen an die Tür

In den 1970er-Jahren gewann die Selbsthilfe zunehmend an Bedeutung. Neue Selbsthilfeorganisationen und soziale Initiativen kamen hinzu und veränderten die Zusammensetzung des Verbandes. 

Gleichzeitig baute der Paritätische seine regionale Präsenz aus. Kreisgruppen und Kreisbeauftragte vertraten die Interessen des Verbandes auf kommunaler Ebene und unterstützten Mitgliedsorganisationen vor Ort. 

Weitere wichtige Entwicklungen waren: 

  • die Übernahme der Verwaltungsstelle für den Zivildienst, 
  • die Einrichtung des Freiwilligen Sozialen Jahres in Baden-Württemberg, 
  • der Aufbau von Arbeitskreisen zum fachlichen Austausch, 
  • die Gründung des Paritätischen Jugendwerks, 
  • Modellprojekte in der Gerontopsychiatrie, 
  • die Stärkung ambulanter und sozialraumorientierter Hilfen. 

Ende der 1970er-Jahre zählte der Verband bereits rund 400 Mitgliedsorganisationen. 1971 folgt Dr. Gerhard Rooschütz auf den verstorbenen Lothar Christmann. 1975 wird der Verband durch eine hauptamtliche Doppelspitze, bestehend aus Gerhard Mai und Bernd Prahlow, geführt. 1980 wird Helmut Roth zum Nachfolger von Dr. Gerhard Rooschütz als Landesvorsitzender gewählt. 

In den 1980er-Jahren kamen unter anderem Frauenhäuser, Frauen- und Mädchenprojekte, Arbeitsloseninitiativen sowie Beschäftigungsunternehmen hinzu. 

1985 Nach dem Tod von Gerhard Mai übernimmt Bernd Prahlow die Geschäftsführung bis 1988, bevor Hansjörg Böhringer als Geschäftsführer ernannt wird. 1989 wird Ernst Harmening neuer Landesvorsitzender.

1990 bis 1999: Professionalisierung und neue sozialpolitische Herausforderungen

Rettungswagen, ein Rettungshelfer und eine Seniorin, ein Mann mit Krücken und zwei Männer in einer Werkstatt

Die 1990er-Jahre waren von tiefgreifenden Veränderungen im Sozialrecht und in der sozialen Infrastruktur geprägt. Die Einführung der Pflegeversicherung, neue gesetzliche Regelungen in der Jugendhilfe und die zunehmende Wettbewerbsorientierung stellten soziale Organisationen vor neue Aufgaben. 

Der Paritätische reagierte mit einer stärkeren Professionalisierung seiner Strukturen und Dienstleistungen. Dazu gehörten: 

  • die Einführung einer verbandlichen Prüfungspflicht, 
  • die Gründung der Prüfungsgesellschaft Parität PUR GmbH, 
  • der Ausbau von Beratung und Unterstützung für Mitgliedsorganisationen, 
  • neue gemeinnützige Tochtergesellschaften, 
  • die Stärkung von Qualität und Transparenz, 
  • die Einrichtung eines Europareferats und eines Europabüros in Brüssel, 
  • der Aufbau eines Internet-Portals für Selbsthilfegruppen. 

Ende der 1990er-Jahre gehörten dem Landesverband mehr als 800 Mitgliedsorganisationen mit über 4.000 sozialen Diensten und Einrichtungen an. Rund 50.000 haupt- und nebenamtlich Beschäftigte sowie etwa 20.000 ehrenamtlich Engagierte waren in diesem Netzwerk aktiv. 

Zu Beginn des neuen Jahrtausends veränderten Reformen der sozialen Sicherungssysteme die Rahmenbedingungen sozialer Arbeit. Die Kommunalisierung, die Reformen der Arbeitsmarkt- und Sozialhilfe sowie neue Anforderungen an Qualität und Wirtschaftlichkeit verlangten nach neuen Formen der Zusammenarbeit. 

Der Paritätische entwickelte seine Verbandsstrukturen weiter und stärkte: 

  • die regionale Interessenvertretung, 
  • die Vernetzung der Mitgliedsorganisationen, 
  • Qualitätsmanagement und Fachgruppenarbeit, 
  • Informations- und Wissensmanagement, 
  • Selbsthilfe, bürgerschaftliches Engagement und Freiwilligendienste, 
  • Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderung. 

Mit dem SGB IX wurden ab 2002 die rechtlichen Grundlagen für Rehabilitation und Teilhabe neu geordnet. Der Verband setzte sich dafür ein, dass betroffene Menschen im Mittelpunkt sozialer Leistungen stehen. 

Auch Bildung, Fachkräftegewinnung und freiwilliges Engagement wurden wichtige Zukunftsthemen. Das Freiwillige Soziale Jahr entwickelte sich weiter und generationenübergreifende Freiwilligendienste wurden erprobt. 

2001 gibt es einen Wechsel an der Spitze des Landesverbands. Dott. Paolo Bavastro übernimmt das Amt des Landesvorsitzenden, 2005 folgt Gerd Weimer.

1990 bis 1999: Professionalisierung und neue sozialpolitische Herausforderungen

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Rettungswagen, ein Rettungshelfer und eine Seniorin, ein Mann mit Krücken und zwei Männer in einer Werkstatt

Die 1990er-Jahre waren von tiefgreifenden Veränderungen im Sozialrecht und in der sozialen Infrastruktur geprägt. Die Einführung der Pflegeversicherung, neue gesetzliche Regelungen in der Jugendhilfe und die zunehmende Wettbewerbsorientierung stellten soziale Organisationen vor neue Aufgaben. 

Der Paritätische reagierte mit einer stärkeren Professionalisierung seiner Strukturen und Dienstleistungen. Dazu gehörten: 

  • die Einführung einer verbandlichen Prüfungspflicht, 
  • die Gründung der Prüfungsgesellschaft Parität PUR GmbH, 
  • der Ausbau von Beratung und Unterstützung für Mitgliedsorganisationen, 
  • neue gemeinnützige Tochtergesellschaften, 
  • die Stärkung von Qualität und Transparenz, 
  • die Einrichtung eines Europareferats und eines Europabüros in Brüssel, 
  • der Aufbau eines Internet-Portals für Selbsthilfegruppen. 

Ende der 1990er-Jahre gehörten dem Landesverband mehr als 800 Mitgliedsorganisationen mit über 4.000 sozialen Diensten und Einrichtungen an. Rund 50.000 haupt- und nebenamtlich Beschäftigte sowie etwa 20.000 ehrenamtlich Engagierte waren in diesem Netzwerk aktiv. 

Zu Beginn des neuen Jahrtausends veränderten Reformen der sozialen Sicherungssysteme die Rahmenbedingungen sozialer Arbeit. Die Kommunalisierung, die Reformen der Arbeitsmarkt- und Sozialhilfe sowie neue Anforderungen an Qualität und Wirtschaftlichkeit verlangten nach neuen Formen der Zusammenarbeit. 

Der Paritätische entwickelte seine Verbandsstrukturen weiter und stärkte: 

  • die regionale Interessenvertretung, 
  • die Vernetzung der Mitgliedsorganisationen, 
  • Qualitätsmanagement und Fachgruppenarbeit, 
  • Informations- und Wissensmanagement, 
  • Selbsthilfe, bürgerschaftliches Engagement und Freiwilligendienste, 
  • Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderung. 

Mit dem SGB IX wurden ab 2002 die rechtlichen Grundlagen für Rehabilitation und Teilhabe neu geordnet. Der Verband setzte sich dafür ein, dass betroffene Menschen im Mittelpunkt sozialer Leistungen stehen. 

Auch Bildung, Fachkräftegewinnung und freiwilliges Engagement wurden wichtige Zukunftsthemen. Das Freiwillige Soziale Jahr entwickelte sich weiter und generationenübergreifende Freiwilligendienste wurden erprobt. 

2001 gibt es einen Wechsel an der Spitze des Landesverbands. Dott. Paolo Bavastro übernimmt das Amt des Landesvorsitzenden, 2005 folgt Gerd Weimer.

2011 bis 2019: Sozialraum, Inklusion und neue Verbandsstrukturen

Beratung an einem Tisch, 2 Damen über Papieren; eine Frau in einer Arbeitsschürze und zwei Menschen beim Rehasport

In den 2010er-Jahren standen der demografische Wandel, Inklusion, Pflege, Bildungsgerechtigkeit und die Entwicklung sozialer Räume im Mittelpunkt. 

Der Paritätische setzte sich unter anderem ein für: 

  • bessere Bildungschancen und Bildungsgerechtigkeit, 
  • inklusive Angebote und die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, 
  • einen sozialen Arbeitsmarkt, 
  • eine gute und sichere Arbeit, 
  • flexible und sozialraumorientierte Wohnformen, 
  • eine stärkere Beteiligung von Betroffenen, 
  • die Verbindung von professionellen Dienstleistungen und freiwilligem Engagement. 

Mit dem Paritätischen Mehrgenerationenzentrum entstand ein Ort, an dem Menschen verschiedener Generationen zusammenkommen und soziale, professionelle und bürgerschaftliche Angebote miteinander verbunden werden. 

2019 wurde die regionale Arbeit weiter gebündelt: Aus 36 Kreisverbänden entstanden 11 Regionalverbünde mit hauptamtlich besetzten Regionalgeschäftsstellen. 

Mit der Ernennung von Gerd Weimer zum Landesbehindertenbeauftragten muss die Position des Landesvorsitzenden neu bestimmt werden. Dr. Günther Petry wird gewählt. 

2014 wird die Verbandsstruktur modernisiert. Aus einem ehrenamtlichen Landesvorstand mit hauptamtlicher Geschäftsführung wird ein hauptamtlicher Vorstand mit ehrenamtlichem Aufsichtsrat. Der Landesgeschäftsführer Hansjörg Böhringer wird Vorstandsvorsitzender, Dr. Günther Petry wird Aufsichtsratsvorsitzender. 

2015 folgt Ursel Wolfgramm als Vorstandsvorsitzende zur ersten Frau an der Spitze des Verbands auf den in den Ruhestand gehenden Hansjörg Böhringer. 

2016 tritt Dr. Petry zurück. Nach einer Interimszeit in der die stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Timothy Apps und Dr. Ursula Matschke dem Aufsichtsrat vorstehen wird 2017 Bruno Pfeifle zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. 

Man zog sich zudem vermehrt aus dem Betrieb eigener Dienste zurück und bündelte diese in Tochtergesellschaften, die überregionale Strahlkraft besitzen. Anteile an kleineren Einrichtungen wurden an Mitgliedsorganisationen verkauft. 

2011 bis 2019: Sozialraum, Inklusion und neue Verbandsstrukturen

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Beratung an einem Tisch, 2 Damen über Papieren; eine Frau in einer Arbeitsschürze und zwei Menschen beim Rehasport

In den 2010er-Jahren standen der demografische Wandel, Inklusion, Pflege, Bildungsgerechtigkeit und die Entwicklung sozialer Räume im Mittelpunkt. 

Der Paritätische setzte sich unter anderem ein für: 

  • bessere Bildungschancen und Bildungsgerechtigkeit, 
  • inklusive Angebote und die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, 
  • einen sozialen Arbeitsmarkt, 
  • eine gute und sichere Arbeit, 
  • flexible und sozialraumorientierte Wohnformen, 
  • eine stärkere Beteiligung von Betroffenen, 
  • die Verbindung von professionellen Dienstleistungen und freiwilligem Engagement. 

Mit dem Paritätischen Mehrgenerationenzentrum entstand ein Ort, an dem Menschen verschiedener Generationen zusammenkommen und soziale, professionelle und bürgerschaftliche Angebote miteinander verbunden werden. 

2019 wurde die regionale Arbeit weiter gebündelt: Aus 36 Kreisverbänden entstanden 11 Regionalverbünde mit hauptamtlich besetzten Regionalgeschäftsstellen. 

Mit der Ernennung von Gerd Weimer zum Landesbehindertenbeauftragten muss die Position des Landesvorsitzenden neu bestimmt werden. Dr. Günther Petry wird gewählt. 

2014 wird die Verbandsstruktur modernisiert. Aus einem ehrenamtlichen Landesvorstand mit hauptamtlicher Geschäftsführung wird ein hauptamtlicher Vorstand mit ehrenamtlichem Aufsichtsrat. Der Landesgeschäftsführer Hansjörg Böhringer wird Vorstandsvorsitzender, Dr. Günther Petry wird Aufsichtsratsvorsitzender. 

2015 folgt Ursel Wolfgramm als Vorstandsvorsitzende zur ersten Frau an der Spitze des Verbands auf den in den Ruhestand gehenden Hansjörg Böhringer. 

2016 tritt Dr. Petry zurück. Nach einer Interimszeit in der die stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Timothy Apps und Dr. Ursula Matschke dem Aufsichtsrat vorstehen wird 2017 Bruno Pfeifle zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. 

Man zog sich zudem vermehrt aus dem Betrieb eigener Dienste zurück und bündelte diese in Tochtergesellschaften, die überregionale Strahlkraft besitzen. Anteile an kleineren Einrichtungen wurden an Mitgliedsorganisationen verkauft. 

2020 bis 2026: Digitalisierung und neue Formen der Vernetzung

Stand auf dem Jubiläumsfest auf dem Stuttgarter Schlossplatz

Während der Corona-Pandemie unterstützte der Paritätische Baden-Württemberg seine Mitgliedsorganisationen dabei, Angebote zu sichern, Arbeitsabläufe zu digitalisieren und auf die veränderten Bedingungen zu reagieren. 

Bereits vor der Pandemie waren digitale Arbeitsformen erfolgreich vorbereitet und in die Arbeitsabläufe integriert worden. Während der Pandemie wurden Beratung, Austausch und Fachveranstaltungen zunehmend digital durchgeführt.  

2022 wurde der Landesverband erstmals von einer Doppelspitze geführt. Zu diesem Zeitpunkt gehörten dem Paritätischen Baden-Württemberg mehr als 900 Mitgliedsorganisationen an.2022 kam es zum Wechsel an der Verbandsspitze: Ursel Wolfgramm geht in den Ruhestand. Ab 2022 führt Ulf Hartmann als Vorstand Finanzen & Mitgliederberatung den Verband, ab 2023 Uta-Micaela Dürig als Vorständin Sozialpolitik, die 2024 ihre Tätigkeit beendete. Seit 2024 führt Ulf Hartmann den Verband alleine, seit 2022 ist Holger Wilms Aufsichtsratsvorsitzender. 

Seit 2025 setzt der Paritätische Baden-Württemberg seine Arbeit unter sich verändernden politischen und finanziellen Rahmenbedingungen fort. Schwerpunkte sind die Vernetzung von Mitgliedsorganisationen, Digitalisierung und digitale Zusammenarbeit, Nachhaltigkeit, soziale Innovation, demografischer Wandel, Gesundheitsförderung, Beteiligung junger Menschen, Pflege, Teilhabe und soziale Gerechtigkeit. 

Gegenwärtig stehen die sozialen Dienste und Einrichtungen vor wachsenden Herausforderungen. Sozialpolitische Reformen des Bundes, neue gesetzliche Anforderungen und die Übertragung zusätzlicher Aufgaben auf Länder und Kommunen erhöhen den organisatorischen, fachlichen und finanziellen Druck. Gleichzeitig steigen die Bedarfe der Menschen – unter anderem durch Armut, den demografischen Wandel, Fachkräftemangel, Pflegebedarf, Migration und notwendige Angebote für Teilhabe und Integration. Zunehmende Bürokratie bindet dabei Ressourcen, die in der direkten Arbeit mit den Menschen fehlen. 

Besonders angespannt ist die Finanzlage vieler Kommunen. Wenn kommunale Haushalte unter Druck geraten, drohen freiwillige soziale Angebote, Beratungsstellen, Selbsthilfe, Kinder- und Jugendhilfe sowie präventive und inklusive Angebote eingeschränkt oder gestrichen zu werden. Der Paritätische Baden-Württemberg setzt sich deshalb dafür ein, dass soziale Leistungen nicht als nachrangige Ausgaben behandelt werden. Soziale Arbeit ist nicht nur ein Sicherheitsnetz, sondern eine tragende Infrastruktur für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Teilhabe und die Zukunftsfähigkeit Baden-Württembergs. 

2020 bis 2026: Digitalisierung und neue Formen der Vernetzung

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Während der Corona-Pandemie unterstützte der Paritätische Baden-Württemberg seine Mitgliedsorganisationen dabei, Angebote zu sichern, Arbeitsabläufe zu digitalisieren und auf die veränderten Bedingungen zu reagieren. 

Bereits vor der Pandemie waren digitale Arbeitsformen erfolgreich vorbereitet und in die Arbeitsabläufe integriert worden. Während der Pandemie wurden Beratung, Austausch und Fachveranstaltungen zunehmend digital durchgeführt.  

2022 wurde der Landesverband erstmals von einer Doppelspitze geführt. Zu diesem Zeitpunkt gehörten dem Paritätischen Baden-Württemberg mehr als 900 Mitgliedsorganisationen an.2022 kam es zum Wechsel an der Verbandsspitze: Ursel Wolfgramm geht in den Ruhestand. Ab 2022 führt Ulf Hartmann als Vorstand Finanzen & Mitgliederberatung den Verband, ab 2023 Uta-Micaela Dürig als Vorständin Sozialpolitik, die 2024 ihre Tätigkeit beendete. Seit 2024 führt Ulf Hartmann den Verband alleine, seit 2022 ist Holger Wilms Aufsichtsratsvorsitzender. 

Seit 2025 setzt der Paritätische Baden-Württemberg seine Arbeit unter sich verändernden politischen und finanziellen Rahmenbedingungen fort. Schwerpunkte sind die Vernetzung von Mitgliedsorganisationen, Digitalisierung und digitale Zusammenarbeit, Nachhaltigkeit, soziale Innovation, demografischer Wandel, Gesundheitsförderung, Beteiligung junger Menschen, Pflege, Teilhabe und soziale Gerechtigkeit. 

Gegenwärtig stehen die sozialen Dienste und Einrichtungen vor wachsenden Herausforderungen. Sozialpolitische Reformen des Bundes, neue gesetzliche Anforderungen und die Übertragung zusätzlicher Aufgaben auf Länder und Kommunen erhöhen den organisatorischen, fachlichen und finanziellen Druck. Gleichzeitig steigen die Bedarfe der Menschen – unter anderem durch Armut, den demografischen Wandel, Fachkräftemangel, Pflegebedarf, Migration und notwendige Angebote für Teilhabe und Integration. Zunehmende Bürokratie bindet dabei Ressourcen, die in der direkten Arbeit mit den Menschen fehlen. 

Besonders angespannt ist die Finanzlage vieler Kommunen. Wenn kommunale Haushalte unter Druck geraten, drohen freiwillige soziale Angebote, Beratungsstellen, Selbsthilfe, Kinder- und Jugendhilfe sowie präventive und inklusive Angebote eingeschränkt oder gestrichen zu werden. Der Paritätische Baden-Württemberg setzt sich deshalb dafür ein, dass soziale Leistungen nicht als nachrangige Ausgaben behandelt werden. Soziale Arbeit ist nicht nur ein Sicherheitsnetz, sondern eine tragende Infrastruktur für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Teilhabe und die Zukunftsfähigkeit Baden-Württembergs. 

Häufige Fragen zur Geschichte des Paritätischen Baden-Württemberg

Wann wurde der Paritätische Baden-Württemberg gegründet? 

Der Paritätische entstand 1924 auf Bundes- und Landesebene. Der heutige Landesverband Baden-Württemberg entwickelte sich 1949 aus den nach dem Zweiten Weltkrieg neu gegründeten Landesverbänden Württemberg-Baden und Südbaden. Beide schlossen sich 1954 zusammen. 

Warum heißt der Verband „Paritätischer“? 

Der Name „Paritätischer“ leitet sich aus dem lateinischen Begriff Paritas ab, was Gleichheit bedeutet. Er steht für den Anspruch, unterschiedliche soziale Gruppen, Organisationen und Perspektiven gleichberechtigt zusammenzuführen. Der Verband versteht Vielfalt und Gleichheit als zentrale Grundlagen seiner Arbeit. 

Welche Organisationen gehören zum Paritätischen Baden-Württemberg? 

Zum Netzwerk gehören Organisationen aus zahlreichen Bereichen, darunter Pflege, Kinder- und Jugendhilfe, Behindertenhilfe, Selbsthilfe, Gesundheit, Psychiatrie, Frauenhilfe, Migration, Wohnungslosenhilfe, Bildung und Freiwilligendienste wie z. B.: Pro Asyl, Aidshilfe, Müttergenesungswerk, Lebenshilfe.  

Welche Rolle spielt Selbsthilfe im Paritätischen? 

Selbsthilfe ist historisch und bis heute ein wichtiger Bestandteil des Verbandes. Viele Mitgliedsorganisationen und Angebote sind aus bürgerschaftlichen Initiativen von Betroffenen und Angehörigen entstanden. 

Was ist die Kernaufgabe des Paritätischen Baden-Württemberg? 

Dienstleistungen für soziale Organisationen, Lobbyverband für soziale Themen sowie sozial-anwaltschaftliche Vertretung für alle.