Der Paritätische BW ist Gründungsmitglied des Bündnis gegen Einsamkeit in Baden-Württemberg. Denn laut der Studie Einsamkeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt der Bertelsmann-Stiftung fühlen sich rund 30 Prozent der Menschen in Baden-Württemberg einsam. Ungefähr 8 Prozent bezeichnen sich sogar als sehr einsam. Die Studie macht klar, dass Einsamkeit jeden betreffen kann. Es wird aber auch festgehalten, dass sozioökonomische Bedingungen, Faktoren, die Wohnsituation sowie der Gesundheitszustand einen starken Einfluss auf das Einsamkeitsempfinden haben. Einsam fühlen sich Menschen insbesondere, wenn sie sich nicht zur unmittelbaren Nachbarschaft oder anderen Gruppen zugehörig fühlen.
Die Studie fasst 10 Handlungsempfehlungen zusammen:
- Einsamkeit als gesamtgesellschaftliches Problem verstehen
- Sozial benachteiligte Menschen, Personen mit Zuwanderungsgeschichte und Kranke besonders in den Blick nehmen
- Nachbarschaften und Kommunen stärken
- Vereinsarbeit und Ehrenamt fördern
- Generationsübergreifende Begegnungen fördern
- Spezifische Lebensphasen zielgerichtet unterstützen
- In verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen aufklären und sensibilisieren
- Medienkompetenz stärken
- Unterstützungsangebote bekannt machen
- Die psychische Gesundheit fördern
- Datenbasis ausbauen
Eine stärkere Unterstützung vulnerabler Gruppen – etwa einkommensschwacher Haushalte oder gesundheitlich beeinträchtigter Personen – kann in besonderem Maße dazu beitragen, Einsamkeit zu reduzieren und gesellschaftliche Teilhabe zu fördern.
Das Bündnis gegen Einsamkeit
Das Land Baden-Württemberg gründet im Rahmen der Gesundheitsstrategie ein breites "Bündnis gegen Einsamkeit". Es soll relevante Akteure, Organisationen und Verbände an einen Tisch bringen, bestehende Initiativen bündeln und gemeinsam eine Strategie gegen Einsamkeit entwickeln und umsetzen.
Die Gründungskonferenz findet am 2. November in Stuttgart statt. Der Paritätische zählt zu den Gründungsmitgliedern. Denn Maßnahmen gegen die Einsamkeit sind Maßnahmen für Teilhabe. Sie fördern gesellschaftliche Anerkennung, die psychische Gesundheit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Strukturierte Angebote, bei denen Beziehungen wachsen können, wie regelmäßige Treffen in festen Gruppen haben eine große Wirksamkeit.
Im Vorfeld der Gründung des Bündnis gegen Einsamkeit wurde vom Land Baden-Württemberg ein landesweiter Ideenwettbewerb ausgeschrieben, bei dem Organisationen und Vereine ihre Projektideen zur Bekämpfung der Einsamkeit einreichen konnten.
Auch Paritätische Mitgliedsorganisationen wurden ausgezeichnet und können mit dem Preisgeld an die Umsetzung ihrer Projekte gehen:
- Mothers Social Club von Frauen helfen Frauen Heidelberg
- Zuhörräume des Mütterforums Baden-Württemberg
- Plattform Aktives Und Lebensnahes Ehrenamt von mokka e. V. in Rottenburg
- Treffpunkt Gaming des Landesverband Selbsthilfe Körperbehinderter Menschen
- Philosop-Hear der Dieter-Kaltenbach-Stiftung in Lörrach