Eltern mit zwei Kindern sitzen auf einem Sofa

Wir haben ein Problem: Wir finden keine bezahlbare Wohnung für unsere Familie

Sylvia M. (32), Erzieherin und Sven (35) Mechantroniker kommen aus Dortmund. Beide haben in Stuttgart ein neues attraktives Jobangebot bekommen. Seit drei Monaten ist die Familie mit zwei Kindern im Alter von 3 und 6 Jahren jetzt vergeblich auf Suche nach einer geeigneten bezahlbaren Wohnung. Eine  Kaltmiete in Höhe von 1.500,00 Euro für 100 m² (Mietspiegel Stuttgart 2019) können sie sich selbst bei einem mittleren Einkommen nicht leisten.
Kurz: Familie M.hat ein Problem!

Die Probleme in Baden Württemberg beim sozialen Wohnungsbau sind hausgemacht.

Ein Schwerpunkt der Wohnraumförderung lag in Baden in Baden Württemberg auf der Eigentumsförderung. Ein Vergleich mit Bayern (mit ähnlicher Einwohnerzahl, Bayern=12,8 Mill. BW=10,9 Mill.Stand 2015) macht dies deutlich.Während in Bayern im Jahr 2015 3.088 Maßnahmen zur sozialen Wohnraumförderung  (Neubau, Modernisierung, erworbene Belegungsbindung) gefördert wurden, waren es in Baden Württemberg nur 1.950 Maßnahmen:

Maßnahmen sozialer Wohnraumförderung im Vergleich

Quelle: Antwort der Bundesregierung auf die Große Anfrage der Abgeordneten Caren Lay, Herbert Behrens,
Karin Binder, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 18/8855

Landeswohnraumförderungsprogramme in Millionen Euro

Quelle: Antwort der Bundesregierung auf die Große Anfrage der Abgeordneten Caren Lay, Herbert Behrens,

Karin Binder, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.

– Drucksache 18/8855

Ist ihre derzeitige Wohnsituation zufriedenstellend?

Antwortmöglichkeiten

Kehrtwende in der Wohnraumförderung in Baden Württemberg?

Baden Württemberg hat reagiert und seit 2017 das Förderprogramm „Wohnungsbau BW“ aufgelegt. Das  Volumen beträgt 250 Millionen Euro, darunter gut 180 Millionen Euro für die Mietraumförderung. Wieder zum Vergleich:  Bayern hat für die Jahre 2016 bis 2019 ein Förderprogramm von ca. 1,7 Mrd. Euro aufgelegt. Baden Württemberg in gleichem Zeitraum 865 Millionen Euro – also in etwa die Hälfte.

 

Die Situation in Stuttgart ist dramatisch.

Hinter München und Frankfurt gilt in Bezug auf Mieten Stuttgart als drittteuerste Stadt in Deutschland*. Die Entwicklung bei den Mieten wird besonders deutlich, wenn man sich nicht den Mietspiegel sondern die Entwicklung von den Wiedervermietungsmieten – auch Angebotsmieten genannt, (nettokalt) in Euro/qm anschaut. Von 2013 bis 2017 stiegen die Angebotsmieten um über 25%**. In 2018 lag die durchschnittliche Angebotsmiete in Stuttgart bei 12,87 in beliebten Bezirken wie dem Stuttgarter Westen bei 15,00 €***.

Suchen Wohnung - bieten zuverlässigen Mieter

Sozial benachteiligte Menschen haben so gut wie keine Chance, in Stuttgart eine Wohnung zu bekommen. Das neue Modellprojekt FAIRmieten des PARITÄTISCHEN macht Unmögliches möglich: Selbstständige Immobilienmakler der Postbank Immobilien vermitteln bezahlbare Wohnungen an Vereine, die sie weiter vermieten an ihre Klientel. Der Verein garantiert die Mietzahlungen und begleitet das Mietverhältnis.

Gutes Wohnen für alle - Kampagnenvideo des Paritätischen Gesamtverbands
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