Programm


09:00 – 09:30 Uhr Ankommen und Begrüßungskaffee


09:30 – 09:45 Uhr Begrüßung und Einführung in den Tag

Dr. Richard Auernheimer, Staatssekretär a.D.

Grusworte

Michael Hamm, Landesgeschäftsführer des Paritätischen Rheinland-Pfalz/Saarland


09:45 – 11:00 Uhr Teilhabe schaffen – Einführung in das Thema

Dr. Stefan Doose und Tobias Zahn


11:00 – 11:15 Uhr Pause


11:15 – 12:30 Uhr Workshops (erster Durchlauf)

Workshop 1: Kommune inklusiv

Workshop 1

Kommune inklusiv: Wie Vielfalt in der Kommune gelingt

Gracia Schade / Ina Mohr

Das Zusammenleben der Menschen in ihren Stadtvierteln oder Dörfern (Quartiere genannt) ist von Vielfalt geprägt. Wie können die Bedingungen im Quartier gestaltet werden, dass alle gleichermaßen am Leben teilhaben können, unabhängig von ihren individuellen Fähigkeiten, der körperlichen Verfassung, einer Behinderung, der sexuellen Orientierung oder dem Alter. Inklusion beinhaltet, dass die Gemeinschaft aktiv als sorgende Gemeinschaft auf die Gegebenheiten und Bedürfnisse aller eingeht. Dies ist eine interdisziplinäre Aufgabe, die alle Akteure und Handlungsfelder der Quartiersarbeit gleichermaßen betreffen.

Ziel ist es inklusive Lebensorte weiterzuentwickeln, in denen Menschen mit und ohne Einschränkungen, Jung wie Alt gleichermaßen in guter Nachbarschaft selbstverständlich „unter einem Dach“ leben können. Dazu müssen gemeinsam Angebote und Strukturen geplant werden, die eine gleichberechtigte Teilhabe aller erleichtert.

Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und Kompetenzen aufzunehmen, ist nicht nur mit Herausforderungen verbunden, sondern birgt auch große Chancen für unser künftiges Zusammenleben. Die Ausarbeitung eines nachhaltigen quartiersbezogenen Integrationskonzepts ist eine Querschnittsaufgabe, die nur durch die Vernetzung und eine konsequente Zusammenarbeit aller relevanten Akteure vor Ort erfolgreich umgesetzt werden kann. Neben den örtlichen Fachleuten sind alle Menschen mit und ohne Migrationshintergrund miteinzubeziehen, um gegenseitiges Vertrauen aufzubauen und sicherzugehen, dass die geplanten Maßnahmen die Zielgruppen auch erreichen. Dabei ist angesichts einer wachsenden Bevölkerungsvielfalt ein Dialog auf Augenhöhe für eine erfolgreiche Zusammenarbeit sowie zur Schaffung eines gesellschaftlichen Zusammenhalts zwingende Voraussetzung. Insbesondere Orte der interkulturellen Begegnung, wie Erzählcafés, kulturelle Werk- und Spielstätten, interkulturelle Gärten, Nachbarschafts- und Integrationshilfen oder offene Treffs geben den Menschen im Quartier die Möglichkeit des Kennenlernens und des Austauschs.

Auch die Kommunalverwaltung kann mit gutem Vorbild vorangehen, indem sie als Arbeitgeber direkt den Einbezug der Zuwanderer in den Arbeitsmarkt unterstützt oder beispielsweise das eigene Personal zu interkulturellen Kompetenzen fortbildet. So wird ein Zeichen der kulturellen Vielfalt und Chancengleichheit für die Region gesetzt, nachhaltige Strukturen werden geschaffen und Potenzial bleibt nicht ungenutzt.

Workshop 2: Perspektiven im Sozialraum

Perspektiven im Sozialraum: Wie sich Pflege, Beratung

und Betreuung ändern

Dr. Sven Fries / Thomas Pfundstein

Der demografische und gesellschaftliche Wandel bringt es mit sich, dass immer mehr ältere Menschen allein in Einzelhaushalten leben, oftmals mit eingeschränkter Mobilität und steigendem Unterstützungsbedarf. Für die jüngeren Generationen steigen dagegen die Flexibilitätsanforderungen, so dass Familien im Alltag häufig räumliche Distanzen überbrücken müssen und eine Pflegesituation zur Doppelbelastung wird. Immer stärker rücken daher Überlegungen zur Quartiersgestaltung in den Fokus, die es besonders älteren Menschen unabhängig von ihrer familiären Situation ermöglicht, lange in ihrem gewohnten Umfeld wohnen zu bleiben. Damit verbunden entsteht ein zunehmender Bedarf an der Weiterentwicklung der Beratungs- und Pflegestrukturen, die die Sorge tragenden Angehörigen entlasten und unterstützen. Gerade um räumliche Distanzen überbrücken und Unterstützung direkt vor Ort planen und organisieren zu können, sollten auch technische Hilfsmittel wie Videokontakte, Angebotsplattformen oder Betroffenennetzwerke in die Quartiersgestaltung einbezogen werden.

Aber nicht nur ältere Menschen sind auf Pflege oder Unterstützung angewiesen. Was ist mit den jungen Menschen mit Pflegebedarf? Oftmals ist das Pflegeheim der Ort der Wahl.

Ziel ist eine altersgerechte und niederschwellige Quartiersentwicklung, die neben barrierefreien und alternativen Wohnformen im Alter auch für hilfe- und pflegebedürftige Menschen differenzierte und zugleich gut verzahnte Beratungs-, Unterstützungs- und Pflegeangebote bereithält. Das Zusammenspiel von ambulanten Pflegediensten, bürgerschaftlich-ehrenamtlichen Unterstützungsangeboten und Initiativen, Nachbarschaftshilfe, Tagespflege, ambulant betreuten Wohngemeinschaften sowie stationärer Pflege muss passgenau entwickelt und gestärkt werden, damit auch in Zukunft eine tragende soziale Infrastruktur mit bedarfsgerechten Dienstleistungen und einem wertschätzenden gesellschaftlichen Umfeld geschaffen werden kann.

Miteinander - Mitdenken - Mitwirken. Eine gelingende Quartiersentwicklung setzt voraus, dass die dort lebenden Menschen am Prozess beteiligt werden und die Entwicklung aktiv mitgestalten können. Sozialraumorientiertes Engagement setzt dabei auf die individuellen Bedarfe und Ressourcen der Menschen.

Es gibt vielfältige und attraktive Beteiligungsformen, die es den Bürgerinnen und Bürger ermöglichen an konkreten Quartiersprojekten, wie zum Beispiel der Gründung eines Dorfladens, eines Generationentreffs oder eines Bürgernetzwerks, mitzuwirken. Eine gelebte Beteiligungskultur, in der sich Menschen ernst genommen fühlen, steigert die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen, fördert die Selbsthilfe und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Kommunen und ihre Entscheidungsgremien profitieren von der Mitgestaltung und Zuarbeit einer aktiven Bürgerschaft.

Workshop 3: ZusammenARBEIT im Sozialraum

ZusammenARBEIT im Sozialraum: Arbeitsplatz für besondere Personengruppen schaffen

Claudia Rustige / Dieter Basener / Renate Gierscher / Heike Gielen

 

Jeder Mensch hat das Recht auf Arbeit. Wenn es gelingen soll möglichst vielen Menschen mit Beeinträchtigung oder mit Migrationshintergrund einen Arbeitsplatz zu bieten, dann ist der Sozialraum in ganz besonderem Maße gefragt: nur in einem vernetzten Sozialraum wird es gelingen Arbeitsplätze für Menschen mit besonderen Anforderungen zu schaffen: im beschützenden Raum, der nicht ausgrenzen darf, in den Inklusionsbetrieben und weiteren Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes. Hier ist mehr als zuvor die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Behörden und sozialer Träger gefragt. Das Quartier als lokaler Wirtschaftsraum sichert die Grundlage der Lebensqualität und des gelingenden Zusammenlebens. Das örtliche Bildungs- und Arbeitsmarktangebot ist für die Quartiersentwicklung essentiell. Die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Fürsorgearbeit in Familie und Gesellschaft stellt dabei eine zentrale Herausforderung dar. Es besteht nicht nur der Bedarf an qualitativ hochwertiger Kinderbetreuung, auch die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege gewinnt angesichts der voranschreitenden Alterung der Bevölkerung zunehmend an Bedeutung.

Workshop 4: Wohnen für Alle

Wohnen für Alle: Wohnen, Wohnumfeld, Mobilität neu gedacht

Alexander Grünenwald

 

Der demografische und gesellschaftliche Wandel stellt die Ausgestaltung und die Qualität der örtlichen Infrastruktur sowie das öffentliche Leben vor große Herausforderungen. Für Menschen jeden Alters gilt es nicht nur unter baulichen, sondern auch unter sozialen und kulturellen Gesichtspunkten ein attraktives Wohnumfeld zu schaffen, das zugleich Rückzug und Vertrautheit, aber auch spontane Kontaktaufnahme mit Menschen verschiedener Altersgruppen ermöglicht.

Das Ziel ist die Lebensqualität zu erhöhen, barrierefreien und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und ein selbstbestimmtes, lebenslanges Wohnen zu ermöglichen. Alle Bevölkerungsgruppen im Quartier sollen sich zuhause fühlen und die Möglichkeit haben, aktiv am öffentlichen Leben teilzunehmen. Damit eine hohe Aufenthaltsqualität gewährleistet wird, bedarf es neben neuen Wohnformen, barrierefreier Mobilität, Erreichbarkeit der Nahversorgung und familienentlastenden Pflege- und Unterstützungsangeboten auch Orte der spontanen Begegnung, um mit unterschiedlichen Altersgruppen und Lebenswelten in Kontakt zu kommen. Diese Orte können Ausgangspunkt für gesellschaftliche Teilhabe und Selbsthilfe werden.

Die Angebote und Leistungen der öffentlichen Infrastruktur müssen unter Beteiligung der Bürgerschaft an die neuen Rahmenbedingungen und veränderten Bedürfnisse angepasst werden. So bleibt die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger erhalten. Durch bürgerschaftliche Beteiligung können Angebote entstehen, die zu einer neuen Qualität des Zusammenlebens vor Ort führen.

Wohnen für alle grenzt keine Menschen aus: weder den psychisch Kranken noch den zugezogenen Migranten

Workshop 5: Wirtschaft und Soziales

Wirtschaft und Soziales: Aktivierung von Unternehmen für Quartiersentwicklung

Lara Kirch

 

Innerhalb der sozialen Quartiersentwicklung werden sektorenübergreifende Kooperationen immer wichtiger für die Bewältigung dieser räumlich konzentrierten und vielfältigen Problemlagen. Aktuelle Forschungsberichte und Diskussionspapiere empfehlen, die soziale Quartiersentwicklung mit dem gesellschaftlichen Engagement von Unternehmen und Stiftungen als ein eigenständiges Handlungsfeld zu verankern. Einzelne Kommunen sind dabei, neue Kooperationsansätze und –strategien im Rahmen der sozialen Quartiersentwicklung zu erproben. Aus Erfahrungsberichten lassen sich Rahmenbedingungen betrachten, Erfolgsfaktoren identifizieren und Möglichkeiten zur Übertragung herausarbeiten.

Workshop 6: Im Sozialraum unterwegs

Im Sozialraum unterwegs: Wie Netzwerken gelingt

Prof. Dr. Stefan Doose / Tobias Zahn

 

Der soziale Raum bietet vielfältige Möglichkeiten und lebt von den Menschen, die in ihm leben und ihn gestalten. Inklusion gelingt dort, wo einerseits die Möglichkeiten vor Ort erkannt, genutzt und gestaltet und viel wichtiger die Menschen mit ihren Interessen und Gaben erkannt, anerkannt und gut in Beziehung gebracht werden. Das soziale Feld ist deshalb so fruchtbar wie die Beziehungen zwischen den Menschen (Beth Mount). Netzwerken ist die Tätigkeit Möglichkeiten vor Ort zu erkunden und Menschen aufgrund von Gemeinsamkeiten in Beziehung zu bringen und zum gemeinsamen Tun und Gestalten anzuregen.

Damit dies gelingt sind drei Prinzipien als drei Seiten der Medaille für gelingende Teilhabe und Teilgabe hilfreich: Personen-Orientierung, Sozialraum-Orientierung und als verbindender Rand die Beziehungs-Orientierung. Personenorientierung hilft die Träume, Interessen und Gaben der einzelnen Personen zu erkunden und sie zu bestärken sich einzubringen. Sozialraum-Orientierung erkundet die Möglichkeiten vor Ort für Menschen ihre Gaben in die Gemeinschaft einzubringen und gute, attraktive, zugängliche Orte für alle Menschen in ihrer Vielfalt zu schaffen. Beziehungs-Orientierung verweist auf die Wichtigkeit Menschen in gute, wertschätzende Beziehungen zu bringen. Vor diesem Hintergrund stellt sich auch die Frage nach dafür hilfreichen personenorientierten, inklusiv, am Sozialraum ausgerichteten Unterstützungsangeboten neu.

In diesem Workshop werden wir diese Prinzipien näher betrachten und inter-aktiv verschiedene Methoden der Gestaltung kennenlernen.


12:30 – 13:30 Uhr Mittagessen


13:30 – 14:45 Uhr Workshops (zweiter Durchlauf)

Workshop 1: Kommune inklusiv

Workshop 1

Kommune inklusiv: Wie Vielfalt in der Kommune gelingt

Gracia Schade / Ina Mohr

Das Zusammenleben der Menschen in ihren Stadtvierteln oder Dörfern (Quartiere genannt) ist von Vielfalt geprägt. Wie können die Bedingungen im Quartier gestaltet werden, dass alle gleichermaßen am Leben teilhaben können, unabhängig von ihren individuellen Fähigkeiten, der körperlichen Verfassung, einer Behinderung, der sexuellen Orientierung oder dem Alter. Inklusion beinhaltet, dass die Gemeinschaft aktiv als sorgende Gemeinschaft auf die Gegebenheiten und Bedürfnisse aller eingeht. Dies ist eine interdisziplinäre Aufgabe, die alle Akteure und Handlungsfelder der Quartiersarbeit gleichermaßen betreffen.

Ziel ist es inklusive Lebensorte weiterzuentwickeln, in denen Menschen mit und ohne Einschränkungen, Jung wie Alt gleichermaßen in guter Nachbarschaft selbstverständlich „unter einem Dach“ leben können. Dazu müssen gemeinsam Angebote und Strukturen geplant werden, die eine gleichberechtigte Teilhabe aller erleichtert.

Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und Kompetenzen aufzunehmen, ist nicht nur mit Herausforderungen verbunden, sondern birgt auch große Chancen für unser künftiges Zusammenleben. Die Ausarbeitung eines nachhaltigen quartiersbezogenen Integrationskonzepts ist eine Querschnittsaufgabe, die nur durch die Vernetzung und eine konsequente Zusammenarbeit aller relevanten Akteure vor Ort erfolgreich umgesetzt werden kann. Neben den örtlichen Fachleuten sind alle Menschen mit und ohne Migrationshintergrund miteinzubeziehen, um gegenseitiges Vertrauen aufzubauen und sicherzugehen, dass die geplanten Maßnahmen die Zielgruppen auch erreichen. Dabei ist angesichts einer wachsenden Bevölkerungsvielfalt ein Dialog auf Augenhöhe für eine erfolgreiche Zusammenarbeit sowie zur Schaffung eines gesellschaftlichen Zusammenhalts zwingende Voraussetzung. Insbesondere Orte der interkulturellen Begegnung, wie Erzählcafés, kulturelle Werk- und Spielstätten, interkulturelle Gärten, Nachbarschafts- und Integrationshilfen oder offene Treffs geben den Menschen im Quartier die Möglichkeit des Kennenlernens und des Austauschs.

Auch die Kommunalverwaltung kann mit gutem Vorbild vorangehen, indem sie als Arbeitgeber direkt den Einbezug der Zuwanderer in den Arbeitsmarkt unterstützt oder beispielsweise das eigene Personal zu interkulturellen Kompetenzen fortbildet. So wird ein Zeichen der kulturellen Vielfalt und Chancengleichheit für die Region gesetzt, nachhaltige Strukturen werden geschaffen und Potenzial bleibt nicht ungenutzt.

Workshop 2: Perspektiven im Sozialraum

Perspektiven im Sozialraum: Wie sich Pflege, Beratung

und Betreuung ändern

Dr. Sven Fries / Thomas Pfundstein

Der demografische und gesellschaftliche Wandel bringt es mit sich, dass immer mehr ältere Menschen allein in Einzelhaushalten leben, oftmals mit eingeschränkter Mobilität und steigendem Unterstützungsbedarf. Für die jüngeren Generationen steigen dagegen die Flexibilitätsanforderungen, so dass Familien im Alltag häufig räumliche Distanzen überbrücken müssen und eine Pflegesituation zur Doppelbelastung wird. Immer stärker rücken daher Überlegungen zur Quartiersgestaltung in den Fokus, die es besonders älteren Menschen unabhängig von ihrer familiären Situation ermöglicht, lange in ihrem gewohnten Umfeld wohnen zu bleiben. Damit verbunden entsteht ein zunehmender Bedarf an der Weiterentwicklung der Beratungs- und Pflegestrukturen, die die Sorge tragenden Angehörigen entlasten und unterstützen. Gerade um räumliche Distanzen überbrücken und Unterstützung direkt vor Ort planen und organisieren zu können, sollten auch technische Hilfsmittel wie Videokontakte, Angebotsplattformen oder Betroffenennetzwerke in die Quartiersgestaltung einbezogen werden.

Aber nicht nur ältere Menschen sind auf Pflege oder Unterstützung angewiesen. Was ist mit den jungen Menschen mit Pflegebedarf? Oftmals ist das Pflegeheim der Ort der Wahl.

Ziel ist eine altersgerechte und niederschwellige Quartiersentwicklung, die neben barrierefreien und alternativen Wohnformen im Alter auch für hilfe- und pflegebedürftige Menschen differenzierte und zugleich gut verzahnte Beratungs-, Unterstützungs- und Pflegeangebote bereithält. Das Zusammenspiel von ambulanten Pflegediensten, bürgerschaftlich-ehrenamtlichen Unterstützungsangeboten und Initiativen, Nachbarschaftshilfe, Tagespflege, ambulant betreuten Wohngemeinschaften sowie stationärer Pflege muss passgenau entwickelt und gestärkt werden, damit auch in Zukunft eine tragende soziale Infrastruktur mit bedarfsgerechten Dienstleistungen und einem wertschätzenden gesellschaftlichen Umfeld geschaffen werden kann.

Miteinander - Mitdenken - Mitwirken. Eine gelingende Quartiersentwicklung setzt voraus, dass die dort lebenden Menschen am Prozess beteiligt werden und die Entwicklung aktiv mitgestalten können. Sozialraumorientiertes Engagement setzt dabei auf die individuellen Bedarfe und Ressourcen der Menschen.

Es gibt vielfältige und attraktive Beteiligungsformen, die es den Bürgerinnen und Bürger ermöglichen an konkreten Quartiersprojekten, wie zum Beispiel der Gründung eines Dorfladens, eines Generationentreffs oder eines Bürgernetzwerks, mitzuwirken. Eine gelebte Beteiligungskultur, in der sich Menschen ernst genommen fühlen, steigert die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen, fördert die Selbsthilfe und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Kommunen und ihre Entscheidungsgremien profitieren von der Mitgestaltung und Zuarbeit einer aktiven Bürgerschaft.

Workshop 3: ZusammenARBEIT im Sozialraum

ZusammenARBEIT im Sozialraum: Arbeitsplatz für besondere Personengruppen schaffen

Claudia Rustige / Dieter Basener / Renate Gierscher / Heike Gielen

 

Jeder Mensch hat das Recht auf Arbeit. Wenn es gelingen soll möglichst vielen Menschen mit Beeinträchtigung oder mit Migrationshintergrund einen Arbeitsplatz zu bieten, dann ist der Sozialraum in ganz besonderem Maße gefragt: nur in einem vernetzten Sozialraum wird es gelingen Arbeitsplätze für Menschen mit besonderen Anforderungen zu schaffen: im beschützenden Raum, der nicht ausgrenzen darf, in den Inklusionsbetrieben und weiteren Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes. Hier ist mehr als zuvor die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Behörden und sozialer Träger gefragt. Das Quartier als lokaler Wirtschaftsraum sichert die Grundlage der Lebensqualität und des gelingenden Zusammenlebens. Das örtliche Bildungs- und Arbeitsmarktangebot ist für die Quartiersentwicklung essentiell. Die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Fürsorgearbeit in Familie und Gesellschaft stellt dabei eine zentrale Herausforderung dar. Es besteht nicht nur der Bedarf an qualitativ hochwertiger Kinderbetreuung, auch die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege gewinnt angesichts der voranschreitenden Alterung der Bevölkerung zunehmend an Bedeutung.

Workshop 4: Wohnen für Alle

Wohnen für Alle: Wohnen, Wohnumfeld, Mobilität neu gedacht

Alexander Grünenwald

 

Der demografische und gesellschaftliche Wandel stellt die Ausgestaltung und die Qualität der örtlichen Infrastruktur sowie das öffentliche Leben vor große Herausforderungen. Für Menschen jeden Alters gilt es nicht nur unter baulichen, sondern auch unter sozialen und kulturellen Gesichtspunkten ein attraktives Wohnumfeld zu schaffen, das zugleich Rückzug und Vertrautheit, aber auch spontane Kontaktaufnahme mit Menschen verschiedener Altersgruppen ermöglicht.

Das Ziel ist die Lebensqualität zu erhöhen, barrierefreien und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und ein selbstbestimmtes, lebenslanges Wohnen zu ermöglichen. Alle Bevölkerungsgruppen im Quartier sollen sich zuhause fühlen und die Möglichkeit haben, aktiv am öffentlichen Leben teilzunehmen. Damit eine hohe Aufenthaltsqualität gewährleistet wird, bedarf es neben neuen Wohnformen, barrierefreier Mobilität, Erreichbarkeit der Nahversorgung und familienentlastenden Pflege- und Unterstützungsangeboten auch Orte der spontanen Begegnung, um mit unterschiedlichen Altersgruppen und Lebenswelten in Kontakt zu kommen. Diese Orte können Ausgangspunkt für gesellschaftliche Teilhabe und Selbsthilfe werden.

Die Angebote und Leistungen der öffentlichen Infrastruktur müssen unter Beteiligung der Bürgerschaft an die neuen Rahmenbedingungen und veränderten Bedürfnisse angepasst werden. So bleibt die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger erhalten. Durch bürgerschaftliche Beteiligung können Angebote entstehen, die zu einer neuen Qualität des Zusammenlebens vor Ort führen.

Wohnen für alle grenzt keine Menschen aus: weder den psychisch Kranken noch den zugezogenen Migranten

Workshop 5: Wirtschaft und Soziales

Wirtschaft und Soziales: Aktivierung von Unternehmen für Quartiersentwicklung

Lara Kirch

 

Innerhalb der sozialen Quartiersentwicklung werden sektorenübergreifende Kooperationen immer wichtiger für die Bewältigung dieser räumlich konzentrierten und vielfältigen Problemlagen. Aktuelle Forschungsberichte und Diskussionspapiere empfehlen, die soziale Quartiersentwicklung mit dem gesellschaftlichen Engagement von Unternehmen und Stiftungen als ein eigenständiges Handlungsfeld zu verankern. Einzelne Kommunen sind dabei, neue Kooperationsansätze und –strategien im Rahmen der sozialen Quartiersentwicklung zu erproben. Aus Erfahrungsberichten lassen sich Rahmenbedingungen betrachten, Erfolgsfaktoren identifizieren und Möglichkeiten zur Übertragung herausarbeiten.

Workshop 6: Im Sozialraum unterwegs

Im Sozialraum unterwegs: Wie Netzwerken gelingt

Prof. Dr. Stefan Doose / Tobias Zahn

 

Der soziale Raum bietet vielfältige Möglichkeiten und lebt von den Menschen, die in ihm leben und ihn gestalten. Inklusion gelingt dort, wo einerseits die Möglichkeiten vor Ort erkannt, genutzt und gestaltet und viel wichtiger die Menschen mit ihren Interessen und Gaben erkannt, anerkannt und gut in Beziehung gebracht werden. Das soziale Feld ist deshalb so fruchtbar wie die Beziehungen zwischen den Menschen (Beth Mount). Netzwerken ist die Tätigkeit Möglichkeiten vor Ort zu erkunden und Menschen aufgrund von Gemeinsamkeiten in Beziehung zu bringen und zum gemeinsamen Tun und Gestalten anzuregen.

Damit dies gelingt sind drei Prinzipien als drei Seiten der Medaille für gelingende Teilhabe und Teilgabe hilfreich: Personen-Orientierung, Sozialraum-Orientierung und als verbindender Rand die Beziehungs-Orientierung. Personenorientierung hilft die Träume, Interessen und Gaben der einzelnen Personen zu erkunden und sie zu bestärken sich einzubringen. Sozialraum-Orientierung erkundet die Möglichkeiten vor Ort für Menschen ihre Gaben in die Gemeinschaft einzubringen und gute, attraktive, zugängliche Orte für alle Menschen in ihrer Vielfalt zu schaffen. Beziehungs-Orientierung verweist auf die Wichtigkeit Menschen in gute, wertschätzende Beziehungen zu bringen. Vor diesem Hintergrund stellt sich auch die Frage nach dafür hilfreichen personenorientierten, inklusiv, am Sozialraum ausgerichteten Unterstützungsangeboten neu.

In diesem Workshop werden wir diese Prinzipien näher betrachten und inter-aktiv verschiedene Methoden der Gestaltung kennenlernen.


14:45 – 15:00 Uhr Pause


15:00 – 16:00 Uhr Die etwas andere Zusammenfassung des Tages - Die „Stereotypen“ – Improtheater aus Bielefeld


16:00 Uhr Schlussworte und Verabschiedung

Ursel Wolfgramm, Vorstandsvorsitzende des Paritätischen Baden-Württemberg