Was ist eine Selbsthilfe-Organisation?

In gesundheits- bzw. krankheitsbezogenen Selbsthilfegruppen informieren sich die Mitglieder gegenseitig, z.B. über Behandlungsmöglichkeiten ihrer Erkrankung, Medikamente und Nebenwirkungen, oder auch zu Fragen des Schwerbehindertenrechts oder der Pflege- und Krankenversicherung. Im Mittelpunkt steht die Bewältigung des gemeinsamen Problems in der Gruppe. Obwohl diese Unterstützung eine eher nach innen orientierte Hilfe ist, helfen sich die Mitglieder damit nicht nur selbst, sondern im Austausch auch gegenseitig den anderen.

Selbsthilfeorganisationen sind im Gegensatz dazu Gruppen und Vereine, die sich über die örtliche Ebene hinaus zu Verbänden auf Landes- oder Bundesebene zusammenschließen, um so ihre Interessen zum Beispiel als Lobby der Patienten für eine bessere Versorgung wirkungsvoller zu vertreten.

In der Realität sind die Übergänge zwischen diesen Formen der Selbsthilfe jedoch sehr fließend. So gibt es neben den großen Verbänden von chronisch kranken Menschen, die professionell arbeiten, weit verzweigte Gruppenstrukturen haben und kompetente sozialrechtliche Beratung machen können, eine Vielzahl kleiner Organisationen z.B. zu sehr seltenen Erkrankungen, die zwar bundesweit organisiert sind, aber de facto den Charakter einer Selbsthilfegruppe haben. Sie alle bieten Hilfe, Erfahrungsaustausch, Beratung und Unterstützung an. Da aber ein Großteil der Arbeit unbezahlt und freiwillig gemacht wird, ist das konkrete Angebot und auch die Leistungsfähigkeit sehr unterschiedlich.

Für die Bereitstellung dieses Textes bedanken wir uns bei der Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle SEKIS in Berlin (www.sekis.de/).