Ein neues Mitglied kommt

Die Integration neuer Mitglieder in die Selbsthilfegruppe hängt von verschiedenen Faktoren ab:

von der Gruppe selbst:
Wie reagieren die Anwesenden auf Neue? Ist es von allen gewünscht, dass Neue hinzukommen? Welche Absprachen gibt es, um Neuen den Einstieg zu erleichtern? Wer „kümmert“ sich um die Neuen?

vom Gruppenverlauf:
Hat das Treffen mehr geselligen oder mehr informativen Charakter? Gibt es eine feste Ordnung, wie sich das Treffen gestaltet, oder entwickeln sich Themen zufällig? Wer bestimmt den Gruppenverlauf (Leitung und/oder Gruppenregeln)?

von dem/den Gruppenleiter(n), als zentrale Figur(en) in der Gruppe:Übernimmt die Gruppenleitung die Integration der Neuen selbst? Ist sie sehr aktiv in der Gruppe oder eher zurückhaltend?

vom „Empfang“ der/des Neuen:
Wird er/sie sich selbst überlassen? Ist jemand aus der Selbsthilfegruppe zuständig für die Integration der Neuen? Wird der/die Neue darüber informiert, was während der Zusammenkunft ablaufen wird? Wird der/die Neue nach Ablauf der Gruppe gefragt, ob es ihm/ihr gefallen hat? Wird der/die Neue gefragt, ob er/sie Interesse hat, weiterhin mitzumachen?

vom Neuen selbst:
Welche Erwartungen werden mitgebracht und welche Erwartungen können von der Gruppe abgedeckt werden? Wie ernst ist es dem/der Neuen, sich selbst zu helfen? Wie selbsthilfe-fähig ist der/die Neue?

Selbsthilfegruppen sind dabei vielfältige, bunte Gebilde. Jede Selbsthilfegruppe arbeitet anders und unterscheidet sich somit von anderen Selbsthilfegruppen.

Jede Arbeitsweise einer Selbsthilfegruppe hat ihre Berechtigung, wenn der/die LeiterIn und GruppenteilnehmerInnen mit ihr einverstanden sind. Je durchsichtiger die Arbeitsweise einer Gruppe ist, desto zufriedener sind alle Anwesenden und desto besser kann ein(e) Neue(r) darüber informiert werden, was auf ihn/sie zukommt.
 
Verfasserin: Rita Januschewski (Der Paritätische Wohlfahrtsverband NRW)