Langzeitarbeitslosigkeit und fehlende Berufsausbildung sind die Hauptursache für Armut und soziale Ausgrenzung. Die daraus folgenden Probleme betreffen immer zuerst das örtliche Gemeinwesen und lösen hohe Kosten in vielen kommunalen Zuständigkeitsbereichen aus.

Der PARITÄTISCHE sieht die Kommunen in der Pflicht, eine aktive Rolle in der Ausbildungs- und Beschäftigungspolitik einzunehmen. Öffentlich geförderte Beschäftigung ist ein Beitrag zur sozialen Inklusion besonders Benachteiligter. Ziel muss sein, die vorhandenen Chancen zu erkennen und das kommunale Potenzial zur beruflichen Integration benachteiligter Jugendlicher und Langzeitarbeitsloser einzubringen sowie Beschäftigungschancen in der Kommune zu eröffnen und ein inklusives Arbeitsplatzangebot zu gestalten.

Die Einbindung der freien Wohlfahrtspflege als Mitgestalter von Strukturen und Angeboten im Gemeinwe-sen ist dabei ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Die PARITÄTISCHEN Träger stehen für effektive und effiziente Angebote zur beruflichen Integration und die Entwicklung innovativer Modelle im Bereich Arbeit und Qualifizierung. Niederschwellige Beratung, Qualifizierung und Arbeitsangebote steigern die Beschäftigungsfähigkeit von jungen und erwachsenen arbeitslosen Menschen. Zusätzlich werden wertvolle soziale und ökologische Dienstleistungsstrukturen zur Stärkung der Daseinsvorsorge geschaffen.

Mit Blick auf die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung muss die Inklusion behinderter Menschen in den regulären Ausbildungs- und Arbeitsmarkt gewährleitet werden.

  • Kommunale Beschäftigungspolitik muss koordiniert und Strategien der sozialen arbeitsmarktlichen Qualifizierung und Integration müssen entwickelt werden. Kommunen müssen sich verstärkt für die Entwicklung eines nachhaltigen Integrationsarbeitsmarkts für alle betroffenen Menschen einsetzen. In diesem bilden soziale Beschäftigungsunternehmen und die Integrationsbetriebe freier Träger eine tragende Säule und finden verlässliche rechtliche, strukturelle und ökonomische Arbeitsgrundlagen vor.
  • Möglichkeiten der öffentlichen Auftragsvergabe unter Nachhaltigkeitsaspekten sollten aktiv genutzt werden.
  • Jungen Menschen wird über stabilisierende Begleitmaßnahmen vorrangig der Weg in eine Berufsausbildung eröffnet.
  • Personen im Rechtskreis SGB II sind bestmöglich zu qualifizieren und in Ausbildung und Beschäftigung zu integrieren.
  • Die ergänzenden Leistungen der Kommunen nach § 16 SGB II müssen arbeitslosen Menschen in der Grundsicherung bedarfsgerecht zur beruflichen Integration zur Verfügung stehen.
  • Schwerbehinderte Arbeitslose, besonders diejenigen mit psychischen Handicaps, sollen auch durch Leistungen der kommunalen Eingliederungshilfe in Richtung des allgemeinen Arbeitsmarkts gefördert werden.