Quartiere, Stadt- und Ortsteile sind in vielen Fällen der Lebensmittelpunkt der Menschen. Dies gilt in besonderem Maß für die, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, also Kinder, junge Familien, Alleinerziehende, alte Menschen, kranke Menschen, behinderte Menschen und Menschen ohne Arbeit. Soziale Politik muss sich deshalb in den Quartieren konkretisieren.

Bestehende Strukturen und Einrichtungen sollen gezielt dahingehend gefördert und ausgebaut werden, dass sie Armutsminderung und -vermeidung mit in ihren Fokus nehmen. Eine zielgerichtete Vernetzung miteinander sowie mit den Förder- und Unterstützungsangeboten vor Ort soll grundsätzliches Handlungsprinzip sein.

So soll den Menschen ermöglicht werden, ihren eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten und Perspektiven zu entwickeln. Kinder brauchen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft und der finanziellen Situation ihrer Eltern ein geschütztes und anregungsreiches Wohn-, Lern- und Spielumfeld. Junge Menschen brauchen Angebote, die stabilisieren und qualifizieren und sie damit in die Lage versetzen, in ihrem Lebensalltag, in der Stadtgemeinschaft und auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen. Eltern und Familien brauchen ein alltagsunterstützendes

Umfeld von der Säuglingsbetreuung bis zur Pflege. Älteren Menschen soll ein selbstbestimmtes Leben im angestammten Quartier ermöglicht werden.

  • Straßen, Nahverkehr, öffentliche Gebäude, Läden, Arztpraxen müssen barrierefrei sein. Bürgerschaftliches Engagement muss gefördert, unterstützt und begleitet werden.
  • Beiträge zu einer integrierten Stadt- und Ortsentwicklung leisten, die den sozialen Herausforde-rungen verpflichtet ist, beispielsweise durch ein zeitlich befristetes Quartiersmanagement und andere geeignete Begleitstrukturen.
  • Kindertageseinrichtungen, Familien- und Seniorentreffs, Schulen, die sich in den Stadtteil hinein öffnen. Generationenübergreifende Angebote sind zu fördern.
  • Netzwerke für Alleinerziehende, Paten- und Seniorennetzwerke aufbauen und pflegen. Selbstertüchtigung, Stärkung der Eigeninitiative und der Selbstorganisation fördern.
  • Forschungs- und Förderprojekte für Sozialraumentwicklung zusammen mit freien Trägern akquirieren.
  • Sozialräumliche Entwicklung und Quartiergestaltung in die lokale Teilhabeplanung für Menschen mit Behinderung integrieren.
  • Umfassende Wohnungspolitik zu Sicherung der Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum.
  • Fußläufige Nahversorgung durch kommunale Mobilitätsstrategien entwickeln und sicherstellen.
  • Lokale Politik der Generationen in sektoren- und ebenenübergreifenden Netzwerken in kooperativen Prozessen aushandeln und vereinbaren.
  • Kommunen setzen Impulse für Entwicklungen und schaffen Rahmenbedingungen, um Akteure zusammenzubringen mit dem Ziel, die jeweiligen Interessen und Handlungsmotive der Beteiligten zu reflektieren, Anreize zur Kooperation zu schaffen und die Beziehungen zwischen den Akteuren zu entwickeln und zu moderieren.
  • Stärkung der kommunalen Handlungsebene durch Integration der „Integrativen Sozialplanung“ in die Planungsprozesse der Kommune: d. h. die langfristige, planvolle und am Bedarf ausgerichtete Weiterentwicklung der sozialen Infrastruktur unter integrativer Beteiligung der ExpertInnen in eigener Sache und der Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege.