Vor 200 Jahren wurde Friedrich Wilhelm Raiffeisen geboren. Er gilt als Wegbereiter der Genossenschaftsidee. Heute sind in Deutschland mehr als 22 Millionen Menschen Mitglied in mehr als 8.000 Genossenschaften und genossenschaftlichen Unternehmen. Die Genossenschaft ist ein Erfolgsmodell, weil sie nachhaltig und verantwortungsbewusst wirtschaften. Dabei sind sie ausschließlich ihren Mitgliedern verpflichtet, denn nach dem Genossenschaftsgesetz sind sie Gesellschaften mit dem alleinigen Zweck, ihre Mitglieder durch den gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb zu fördern.

Teilnahme, Chancengerechtigkeit und Hilfe zur Selbsthilfe: Die Kerngedanken der Genossenschaftsidee sind unverändert aktuell – gerade auch, wenn es um Soziales geht. Denn häufig gehen Gründungen auf Menschen zurück, die von einem Missstand betroffen sind und deshalb beschließen, selbst aktiv zu werden. So ist das regelmäßig etwa bei den Wohnungsgenossenschaften gewesen, so ist es zumeist auch bei Sozialgenossenschaften.

Im Verein „Integrative Wohnformen e. V.“ haben sich Wohnungsunternehmen, ganz überwiegend Genossenschaften, vor zehn Jahren zusammengefunden, weil sie für die Menschen in ihren Wohnungen ein quartiers- und stadtteilbezogenes Leben mit größtmöglicher Teilhabe und Selbstbestimmung ermöglichen wollen. Die Wohnungsunternehmen haben längst erkannt, dass Wohnen mehr ist als das berühmte Dach über dem Kopf. Gutes Wohnen zeichnet sich durch Teilhabe und Nachbarschaft aus. Das gilt ganz besonders für Menschen mit Assistenzbedarf.

Vor diesem Hintergrund ergänzen sich Wohnungsunternehmen und Sozialgenossenschaften mit ihren jeweiligen Angeboten einander auf perfekte Weise.

Christian Brokate
Vorstand
Verein Integrative Wohnformen e. V.