1. Orientierung (Phase 1):
Von der Idee zur K onzeption und er sten Planung

Im sozialen Bereich soll ein Projekt gestartet werden, das von einer breiten Zielgruppe genutzt werden kann. Das Projekt dient anderen Menschen oder auch den eigenen Interessen. Es gibt einen bestimmten Bedarf, der bereits ermittelt wurde. Es gibt eine Idee und das Ziel kann formuliert werden.

Gemeinsame Konzeptentwicklung – Mitstreiter gewinnen
Es sind mindestens drei Gründungsmitglieder erforderlich. Ein Netzwerk sollte aufgebaut oder auf ein vorhandenes zurückgegriffen werden, das die geeigneten Ziele für die Gründung der (Sozial-)Genossenschaft hat. Wer könnte mitmachen (Gründungsmitglieder) und wer könnte das Netzwerk verstärken (Kooperationspartner). Eine Herausforderung kann hier sein, wer dazu bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, gerade in bürgerschaftlichen Engagementstrukturen. Ebenso können starke Einzelinteresse zu einer mangelnden Verbundenheit der handelnden Personen führen. Engagement alleine genügt nicht, auch fachliche und unternehmerische Kompetenz ist erforderlich. Hier sollte auf eine Kompetenzbündelung geachtet werden. Es hilft, sich mit Koordinierungszentren und Freiwilligenagenturen in der Region in Verbindung zu setzen.

Es ist notwendig, sich auf eine gemeinsame Mission zu einigen, die auch definiert werden kann. Es gilt im Folgenden die Geschäftsidee zu beschreiben, mit der die Mission erfüllt werden soll, und die Finanzierung zu klären (Konzeptentwicklung). Bei der Projektplanung sollten bereits Meilensteine festgelegt werden.

SWOT-Analyse für die (Sozial-)Genossenschaftsgründung
Um das Risiko der Unternehmung besser einschätzen zu können, wird eine SWOT-Analyse durchgeführt. Der Stärken-Schwächen-Katalog zeigt visuell Chancen und Erfolge, aber auch Hindernisse und Risiken auf.

Einen Geschäftsplan erstellen
Zu Anfang der Unternehmensgründung wird ein Geschäftsplan* erstellt. Dieser beschreibt detailliert die Geschäftsidee und die wirtschaftliche Umsetzung. Es sollte klar aus ihm hervorgehen, welche Ziele die Genossenschaft verfolgt und welche Vorteile und Mehrwerte für die Mitglieder generiert werden. Auch die Organisation des Geschäftsbetriebs sollte erläutert sein.

Liquidität vor Rentabilität
Der Geschäftsplan skizziert die Entwicklung der (Sozial-)Genossenschaft. Hierzu gehören: Prognose von Umsatz- und Ertragsentwicklung, Einschätzung zum Personalbedarf, Investitionsplan sowie Bilanzvorschau für die ersten drei Jahre, Marketingstrategie sowie eine Abschätzung der Risiken. Die Finanzierung sollte besonders sorgfältig geplant werden. Eine unrealistische Finanzplanung ist häufig die Ursache für fehlgeschlagene Unternehmensgründungen.

Der Geschäftsplan dient in den ersten zwei Jahren dazu, die Unternehmensentwicklung zu kontrollieren und die Gremien zu informieren. Er ist auch Messgröße für die Zielerreichung. Darüber hinaus kann er dazu genutzt werden, Kapital- und Finanzierungsgeber sowie neue Mitglieder zu überzeugen.