Genossenschaften sind Teil der Bürgergesellschaft
Die Genossenschaftsidee richtete sich zu Anfang an Bedürftige. Heute wendet sie sich an all
diejenigen, die etwas selber in die Hand nehmen und bewegen wollen – gemeinsam und gleichberechtigt.
Die genossenschaftlichen Urprinzipien Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung
sind weder raum- noch zeitgebunden. Sie sind tragende Säulen für die vielfach
geforderte Bürgergesellschaft und geben Raum für selbstwirksames Engagement.
Hinter der Aussage, dass Genossenschaften Teil der Bürgergesellschaft sind, steht eine Geisteshaltung:
Wie ihre Gründerväter setzen sie nicht auf staatliche Hilfe, sondern auf freiwilliges,
gemeinsames Handeln, um ökonomische und soziale Probleme zu lösen. Genossenschaften
vernetzen mit ihren Ideen Menschen – wirtschaftlich, kulturell und gesellschaftlich. Viele Menschen
blicken heutzutage unsicher in die Zukunft und haben verstärkt das Gefühl, dass Entscheidungen
„woanders“ getroffen werden. Daraus ergibt sich das nachhaltige Bedürfnis nach überschaubaren
Strukturen sowie nach festen und vertrauten Bezugspunkten im persönlichen
Umfeld. Die Genossenschaften eröffnen Chancen auf mehr demokratische Mitwirkung, Verlässlichkeit
und Nachhaltigkeit durch Teilhabe.
Das genossenschaftliche Modell baut seine Stabilität auf das Fundament langfristiger Mitgliederorientierung
und tiefgehenden regionalen Verankerung. Genossenschaften sind am Bedarf
ihrer Mitglieder und Kunden orientiert und agieren typischerweise in lokalen oder regionalen
Räumen. Die regionale Verankerung schafft bei den Menschen ein vertrauensbildendes und
identitätsstiftendes Moment. Die Verantwortungsübernahme ist ein Gewinn für alle.