Homeschooling: Jugendliche aus einkommensarmen Familien benachteiligt

Pressemitteilung - geschrieben am Freitag, 22. Januar 2021 - 11:13

Stuttgart 22.01.2021   Zum „Internationalen Tag der Bildung“ (24.01.) fordert der PARITÄTISCHE Baden-Württemberg angesichts der Verlängerung des Lockdowns und der Schulschließungen Sofortmaßnahmen zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen aus einkommensarmen Familien beim Fernunterricht. Das Land müsse die flächendeckende Versorgung mit Notebooks und einem sicheren Internetzugang für alle Schüler*innen sicherstellen. Auch sei ein zusätzliches Lernangebot durch Begleitunterricht für die individuelle Förderung erforderlich, so der Verband.

„Kinder und Jugendliche aus einkommensarmen Familien laufen Gefahr, durch den Fernunterricht weiter abgehängt zu werden. Es verfügen immer noch nicht alle Schüler*innen über einen eigenen Laptop und sicheren Internetzugang. Unter diesen Umständen ist es nicht möglich, zuhause richtig zu lernen“, betont Ursel Wolfgramm, Vorstandsvorsitzende des PARITÄTISCHEN Baden-Württemberg. Homeschooling schränke auch die individuelle Förderung massiv ein. „Die Kommunikation zwischen Lehrkräften, Elternhaus und einzelnen Schüler*innen findet nicht mehr regelmäßig statt. Ein persönlicher Unterstützungsbedarf ist auf die Ferne nur schwer einzuschätzen“, so Wolfgramm. Für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche sei aus diesen Gründen ein zusätzliches Lern- und Unterstützungsangebot in Form von Begleitunterricht erforderlich. „Homeschooling darf nicht zu neuer Bildungsungerechtigkeit führen“, so Wolfgramm.

Außerdem fordert der Verband vom Land, einheitliche Standards in Bezug auf die Nutzung von digitalen Tools, die schnelle Einführung einer einheitlichen Lernplattform sowie Weiterbildungen im Bereich digitaler Unterricht für Lehrkräfte voranzutreiben. Nach dem Lockdown müssten bei der stufenweisen Schulöffnung Kinder und Jugendliche aus einkommensarmen Familien bevorzugt berücksichtigt werden.

 

Internationaler Tag der Bildung

Seit 2019 erinnern die Vereinten Nationen mit einem Internationalen Tag an das Menschenrecht Bildung und seine zentrale Bedeutung für eine nachhaltige Entwicklung von Gesellschaften weltweit. Mit der Verabschiedung der Globalen Nachhaltigkeitsagenda hat sich die Weltgemeinschaft verpflichtet, bis 2030 für alle Menschen inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sicherzustellen. Die UNESCO koordiniert die Umsetzung dieses Ziels und gibt jährlich den Weltbildungsbericht heraus. Weiter Infos unter https://www.unesco.de/bildung/bildung/internationaler-tag-der-bildung-24-januar

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