Es reicht – nicht. Arme Menschen brauchen dringend mehr finanzielle Hilfen.

Pressemitteilung - geschrieben am Donnerstag, 28. May 2020 - 09:48

„Die Corona-Krise verschärft die Situation armer Menschen und bringt sie in existenzielle Not. Frische Lebensmittel sind bis zu zehn Prozent teurer geworden. Dazu kommen zusätzliche Ausgaben für notwendige Schutzkleidung und Hygieneartikel. Oft verstärkt die in vielen Branchen eingeführte Kurzarbeit die prekäre finanzielle Lage noch“, betont Ursel Wolfgramm, Vorstandsvorsitzende des PARITÄTISCHEN Baden-Württemberg. Einelternfamilien, kinderreiche Familien und Familien, die auf Hartz IV angewiesen sind, treffe es besonders hart. Für einen Erwachsenen in Grundsicherung seien nur fünf Euro pro Tag für die Ernährung vorgesehen, für Schulkinder 3,50 Euro. „Die Landesregierung muss sich jetzt endlich auch für diese Menschen einsetzen. Sie haben keine finanziellen Rücklagen und sind auf zusätzliche staatliche Soforthilfen angewiesen“, erklärt Wolfgramm. „Wir fordern die Landesregierung dazu auf, es dem Berliner Senat gleichzutun und einen Entschließungsantrag in den Bundesrat einzubringen. Ziel des Antrags muss sein, Empfänger*innen von staatlichen Hilfeleistungen einen temporären Zuschlag in Höhe von 100 Euro monatlich für die Zeit der Corona-Pandemie zu gewähren und zusätzlich 200 Euro als einmalige Soforthilfe unbürokratisch auszuzahlen“, so die Vorstandsvorsitzende. Nur so könne jetzt das soziokulturelle Existenzminimum armer Menschen gesichert werden.

Gemäß dem Arbeitsmarktbericht für Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit ist die Zahl arbeitslos gemeldeter Menschen im Land binnen Jahresfrist um über 60.000 Personen auf 250.275 Menschen im April 2020 angestiegen. Davon entfielen 134.918 auf die Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagenturen) und 115.357 auf die Grundsicherung (Jobcenter). Im Vergleich zum Vormonat ist aktuell ein Anstieg von über 14 Prozent zu verzeichnen, während die Zahl der arbeitslosen Menschen im Frühjahr ansonsten üblicherweise zurückgeht. Die Bundesagentur für Arbeit rechnet mit rund 430.000 Menschen im Land, die Hartz IV beziehen können. Das sind knapp fünf Prozent der Menschen im Land.

Hier finden Sie die Umfrage-Ergebnisse: https://www.der-paritaetische.de/publikationen/regelsaetze-zu-niedrig-einschaetzungen-der-bevoelkerung-zu-kosten-des-taeglichen-lebensunterhalts/

Hier finden Sie die Pressemitteilung des Paritätischen Gesamtverbandes: http://www.der-paritaetische.de/presse/regelsaetze-zu-niedrig-umfrage-zu-kosten-des-taeglichen-lebensunterhalts-untermauert-notwendigkeit-fi/

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