10.12.2018

Pro familia Baden-Württemberg und PARITÄTISCHER Baden-Württemberg rufen zum Einsatz für Frauenrechte auf

10.12.2018    pro familia Baden-Württemberg eröffnet die Landesgeschäftsstelle in neuen Räumen in der Königstraße 2 in Stuttgart. Gemeinsam mit dem PARITÄTISCHEN Baden-Württemberg lädt der Verband am 70. Jahrestag der Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ein, um auf die Gefährdung der Rechte von Frauen und der sexuellen und reproduktiven Rechte aufmerksam zu machen.

Seit den 1960er Jahren ist das Recht auf Familienplanung als Menschenrecht anerkannt, seit den 1990ern spricht man  im erweiterten Kontext von „Sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechten“. Die Arbeit von pro familia ist in allen Arbeitsfeldern an diesen Rechten ausgerichtet. Es geht im Kern darum, über das eigene Leben und Lieben, über Familiengründung und über den eigenen Körper selbst entscheiden zu können. Dies ist für alle Menschen existenziell. Doch sind es besonders Frauen, die unmittelbar und körperlich zu leiden haben, wenn diese Rechte missachtet werden, etwa von einem gewalttätigen Partner. Oder auch, wenn Sie für Ihre Entscheidung, eine ungewollte Schwangerschaft beenden zu wollen beschimpft werden und nur schwer einen Arzt finden, der Abbrüche durchführt.

„Frauenrechte in Gefahr!“ so lautet der Vortrag von Katrin Frank, Referentin des PARITÄTISCHEN Gesamtverbandes, Berlin, die auf in Deutschland Erreichtes hinweist. Auf die gesetzliche Regelung zum Schwangerschaftsabbruch etwa oder auf die Bewertung von Vergewaltigung in der Ehe als Straftat. Sie erinnert an das harte Ringen um diese Rechte  - und an wieder zunehmende Angriffe auf Frauenrechte und Gleichstellungspolitik. Jüngst gar bis hin zu groben Verunglimpfungen von Frauen, die sich für die gesetzlich garantierte Gleichstellung engagieren, durch einen baden-württembergischen Landtagsabgeordneten der AfD. Und Schwangerenberatungsstellen werden wie in Pforzheim durch Aktivist*innen der Anti-Choice-Bewegung langzeit-belagert. Sie wollen so Druck auf ungewollt Schwangere aufbauen, die dort Beratung für ihre Entscheidung, ob sie Mutter werden wollen oder nicht, suchen könnten.

„Wir müssen das Erreichte zunehmend gegen Hetzer und reaktionäre Kräfte verteidigen, die sich nach einem Frauen- und Familienbild der 1950er Jahre zurücksehnen“, so Ruth Weckenmann, Vorstandsvorsitzende von pro familia Baden-Württemberg, die zu entschiedenem Eintreten für reproduktive und sexuelle Selbstbestimmung aufruft.

„Wir wollen jedem Einzelnen Mut machen, auf seine eigenen Rechte zu bestehen und wenn nötig, Hilfestellung geben, sie auch durchzusetzen“ so Ursel Wolfgramm, Vorstandsvorsitzende des PARITÄTISCHEN Baden-Württemberg. Dafür stehe die laufende bundesweite Kampagne des PARITÄTISCHEN unter dem Motto  „Mensch du hast Recht!“.

Symbolisch für die Menschenrechte überreichen Ruth Weckenmann und Ursel Wolfgramm Plakate der  paritätischen Kampagne an die Landtagsabgeordneten Stefanie Seemann, in Vertretung des sozialpolitischen Sprechers der Landtagsfraktion der Grünen beim Festakt, Dorothea Wehinger, Frauen- sowie Familien- und Kinderpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion der Grünen sowie Sabine Wölfle MdL, Sprecherin für Sozialpolitik, Frauen- und Gleichstellungspolitik der Landtagsfraktion der SPD - damit sie sich weiterhin für die Umsetzung der Frauenrechte und der sexuellen und reproduktiven Rechte stark machen.



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Hina Marquart

Hina Marquart
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