19.11.2018

Der PARITÄTISCHE Baden-Württemberg und VAMV fordern einkommensabhängige Kindergrundsicherung für Armutsrisikogruppen

Stuttgart 19.11.2018   Anlässlich des Internationalen Tags der Kinderrechte am 20. November mahnen der PARITÄTISCHE Baden-Württemberg und der Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) Baden-Württemberg, Kinderarmut konsequent mit allen Mitteln zu bekämpfen. Die Verbände fordern eine sozial gerechte einkommensabhängige Kindergrundsicherung in Höhe von 619 Euro, die das Existenzminimum dieser Kinder sichert. Der Betrag orientiert sich am aktuellen soziokulturellen Existenzminimum, das alle zwei Jahre im Existenzminimumbericht der Bundesregierung festgestellt wird. Zur größten Armutsrisikogruppe auch in Baden-Württemberg gehören mit fast 46 Prozent (Armuts-und Reichtumsbericht für BW/2015) Alleinerziehende und ihre Kinder.

„Kinderarmut ist unmittelbar mit der Armut der Eltern gekoppelt. Deshalb müssen die am stärksten von Armut betroffenen Gruppen wie etwa Alleinerziehende oder Familien mit mehreren Kindern deutlich besser gestellt werden. Nur so kann verhindert werden, dass sich Armut von Generation zu Generation überträgt und diese Familien automatisch schlechtere Lebensbedingungen und ihre Kinder weniger Bildungschancen haben“, betont Ursel Wolfgramm, Vorstandsvorsitzende des PARITÄTISCHEN Baden-Württemberg. „Wir brauchen eine Kindergrundsicherung, die an ein realistisch berechnetes kindliches Existenzminimum gekoppelt ist und neben dem materiellen Bedarf auch Bildung und Teilhabe umfasst. Im Gegenzug könnten Kinderfreibeträge, Kindergeld, Sozialgeld und weitere pauschal bemessene Transfers in der neuen Leistung aufgehen“, so Wolfgramm weiter. Für eine sozial gerechte Kindergrundsicherung müsse die Kinder- und Familienförderung vom Kopf auf die Füße gestellt werden.

„Nur wenn eine alleinerziehende Mutter über einen längeren Zeitraum in Vollzeit arbeitet, lässt sich in den meisten Fällen verhindern, dass ihre Kinder in einer dauerhaften Armutslage aufwachsen. Daher müssen alle Mütter die Möglichkeit haben, durch Erwerbsarbeit ein Einkommen über der Armutsgrenze zu erwirtschaften.“, erklärt Brigitte Rösiger, Geschäftsführerin von VAMV Baden-Württemberg. „Voraussetzung dafür ist eine kostenfreie, qualitativ hochwertige ganztägige Kinderbetreuung, auch an Rand- und Notzeiten. Gleichzeitig brauchen Kinder gemeinsame Zeit und Betreuung, so dass nicht immer eine Vollzeiterwerbstätigkeit für Mütter möglich ist. Daher müssen Kinder unabhängig von ihren Familien so unterstützt werden, dass sie nicht in Armut leben müssen mit den bekannten Auswirkungen auf Teilhabe, Wohnen, Ernährung, Gesundheit, Bildung und Erholung“, so Rösiger weiter.

Der PARITÄTISCHE Baden-Württemberg und der Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) Baden-Württemberg fordern eine sozial gerechte und unbürokratische Kindergrundsicherung, von der alle Familien profitieren und die das Existenzminimum sowie Bildung und Teilhabe der Kinder sichert, denn die steigende Kinderarmut in unserem Land ist ein Skandal! Der PARITÄTISCHE und VAMV unterstützen das Bündnis „Kindergrundsicherung“ auf Bundesebene. Weitere Infos unter www.kinderarmut-hat-folgen.de.

 

Pressekontakt VAMV BW: Brigitte Rösiger, Geschäftsführerin, E-Mail: vamv-bw@web.de, Tel 0711 2484 7118, www.vamv-bw.de

 

 



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