08.12.2023 Grußwort Gala der Vielfalt für ZeSIA

Publikation - geschrieben am 08.12.2023 - 13:08

Grußwort von Uta-Micaela Dürig, Vorständin Sozialpolitik des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg, am 08.12.2023

Schirmfrauschaft der Pride Night - Gala der Vielfalt für ZeSIA - Zentrum für sexuelle Gesundheit, Identität und Aufklärung
 

Sehr geehrte Frau Stegbauer-Bayer, sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Ihnen zur Benefizgala anlässlich des Welt-AIDS-Tages die besten Wünsche und Grüße ihres Wohlfahrtsverbands, der Paritätische Baden-Württemberg, übermitteln. Auch möchte ich diese willkommene Gelegenheit dafür nutzen, Ihnen für die gute und stets vertrauensvolle Zusammenarbeit, die unsere Verbände nun schon seit vielen Jahren verbindet, herzlich zu danken.
Ich freue mich daher sehr, dass Sie mir die Schirmfrauenschaft der Pride Night übertragen haben.
Der Paritätische ist seit Beginn der Mitgliedschaft eng mit den AIDS-Hilfen verbunden und wir engagieren uns seit Jahrzehnten gemeinsam gegen Diskriminierung von Menschen mit HIV und Aids und für eine bessere Aufklärung. So ist Prof. Rolf Rosenbrock als erster Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbandes in Berlin auch aktives Mitglied der Deutschen AIDS-Hilfe.
Wie gut wir zusammenpassen zeigt sich auch in den Zielen des ZeSIA und des Paritätischen. Uns verbindet das Engagement für eine vielfältige Gesellschaft und einen offenen und vielfaltssensiblen Umgang miteinander, in ihrem Fall besonders mit Menschen mit HIV, Menschen jeden Geschlechts, jeder sexuellen Orientierung, Herkunft oder Hautfarbe.
Gerade dieser Herausforderung wollen auch wir uns noch einmal verstärkt annehmen. In unserer überarbeiteten Verbandsstrategie, die wir in diesem Jahr verabschiedet haben, und die ab dem neuen Jahr umgesetzt wird, haben wir unsere Arbeit auf drei Schwerpunkte geschärft. Und das erste Strategiefeld lautet „Zusammenhalt in einer vielfältigen, inklusiven und offenen Gesellschaft“. Gerade Ihnen muss ich nicht erklären wie wichtig der Einsatz dafür gerade in diesen Zeiten ist. Nicht grundlos haben wir daher auf unserer Mitgliederversammlung einstimmig eine Resolution gegen Extremismus, Rassismus und Diskriminierung – gleich aus welcher Richtung – verabschiedet.
Kleiner Zusatz: Wir befassen uns auch mit Digitalisierung. Deshalb zu ihrer Information: Gerade wurde auch auf Deutsch der weltweit erste KI Chatbot gestartet, der Betroffenen bei rassistischer Diskriminierung hilft. Auch wir sollten Digitalisierung in der sozialen Arbeit nutzen, wo es sinnvoll ist.
Zurück zu den gesellschaftlichen Herausforderungen, die sich über die vergangenen Jahre verändert haben. Auch die Präventionsbotschaften sind komplexer geworden.
HIV ist mittlerweile eine gut behandelbare Infektion, an der man nicht mehr an Aids erkranken muss. Bei früher Diagnose und Behandlungsbeginn kann man ein langes und erfülltes Leben mit HIV führen, viele Menschen mit HIV leben frei von Einschränkungen.
Dass sich die Aidshilfearbeit mit diesen Fortschritten und Errungenschaften somit auch stark in den letzten Jahrzehnten verändert hat, kann man daran ablesen, dass sich viele Aidshilfen umbenennen, ebenso die Aidshilfe Karlsruhe, die nun Zentrum für sexuelle Gesundheit, Identität und Aufklärung, kurz ZeSIA, heißt.
Der Begriff „Aidshilfe“ bleibt dennoch im Vereinsnamen enthalten, was ich sehr begrüße, da er unmissverständlich die Herkunft des Vereins klar macht und zur Bündelung der politischen Interessen und deren öffentlichkeitswirksamer Vertretung beiträgt.
Gegründet wurden sie hier 1985 und können daher bald ihr 40jähriges Bestehen feiern.
Die Aidshilfen, egal ob in Karlsruhe oder an anderen Orten in Deutschland, sind zentrale Organisationen und Akteure, die zum Thema sexuelle Gesundheit Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention leisten und Selbsthilfe, bürgerschaftliches Engagement und hauptamtliche Professionalität auf eine vorbildliche Art verbinden.
Die Aidshilfen sind ein herausragendes Beispiel dafür, dass nicht nur die medizinische Betreuung, sondern vor allem auch die soziale Rehabilitation durch die Bündelung von Selbsthilfe und professioneller Unterstützung eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung einer chronischen Erkrankung spielt.
Auf dieser Grundlage stellen Sie sich heute als Selbsthilfeverband dar, als Bürgerbewegung und professionelle Beratungseinrichtung in Sachen HIV und sexuelle Gesundheit. Erwähnen möchte in an dieser Stelle beispielhaft den wöchentlichen „Checkpoint“, der eine Anlaufstelle ist, um sich auf HIV sowie andere sexuelle übertragbare Krankheiten testen zu lassen.
Diese Arbeit wäre ohne die vielen ehrenamtlichen Kräfte, die mit den hauptamtlichen Mitarbeitenden und mit viel Engagement in enger Kooperation zusammenarbeiten, nicht zu leisten. Deshalb möchte ich Ihnen allen und all den freiwilligen Helferinnen und Helfern, sowie Unterstützerinnen und Unterstützern herzlich für ihr Engagement danken.
ZeSIA hat mit ihrer jahrzehntelangen Arbeit gezeigt, wie aus einer kleinen Initiative engagierter Bürger*innen und dem entschlossenen Tatendrang zahlreicher Befürworter*innen und Unterstützer*innen eine bedeutsame, überregional tätige Hilfsorganisation entstehen kann.
Ich möchte Sie dazu ermutigen, ihre erfolgreiche und bewundernswerte Arbeit auch in diesen schwierigen Zeiten und vor dem Hintergrund großer zukünftiger Herausforderungen fortzusetzen. Dabei können Sie gleichermaßen auf unsere Unterstützung zählen.
Ich danke Ihnen noch einmal für die gute Zusammenarbeit in den vergangenen Jahrzehnten und Ihr ausgesprochen großes Engagement.
Für die Zukunft und der nun bevorstehenden Gala wünsche ich Ihnen viel Tatenkraft und heute noch ganz viel Freude.

Es gilt das gesprochene Wort.

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