Querschnittsthema Menschenrechte

Am 10. Dezember 1948 hat die UN-Generalversammlung in Paris die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet. Nach den Grausamkeiten und Massenmorden des Zweiten Weltkrieges, nach also massiven Erfahrungen von Menschenrechtsverletzungen, sah sich die internationale Staatengemeinschaft vor der unabdingbaren Aufgabe, einen ethisch-moralischen Rahmen zu schaffen, der das Individuum und seine Rechte künftig schützt. Grundlage der 1948 verabschiedeten Resolution sind die Achtung vor dem Leben und der Glaube an den Wert eines jeden Menschen. Aus dieser Grundlage leiten sich die Rechte ab, die universell sind und jedem Menschen zustehen, oder anders gesagt: Voraussetzung für diese Rechte ist allein das Menschsein.

Was braucht es wirklich zum Leben, um ein Leben in Würde führen zu können? Die Menschenrechtscharta hat hierauf eine sehr klare Antwort. In Artikel 25 (1) heißt es hierzu: „Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen (…).“ Täglich tritt der Paritätische Wohlfahrtsverband mit seinen Mitgliedsorganisationen für die sozialen und individuellen Menschenrechte ein. Diese Grundrechte werden jedoch vielfach verletzt, um ihre Einhaltung muss nach wie vor gekämpft werden. Debatten um Tafelläden bzw. um Armut und Sozialleistungen zeigen, dass ein Leben in Würde auch in Deutschland noch nicht selbstverständlich ist und dass die Vorstellungen davon, wie diese Würde auszusehen hat, mitunter weit auseinander klaffen können.

Auch der Paritätische selbst als Vertreter der freien Wohlfahrtspflege sieht sich auf verschiedenen Ebenen vom Thema Menschenrechte berührt: als Dachverband für seine Mitgliedsorganisationen, als Anwalt der Betroffenen und als gesellschaftspolitischer Akteur.