24.07.2019

Weshalb sich ehrenamtliches Engagement im Verband lohnt - ein Kurzinterview mit Hans Artschwager

Hans Artschwager zieht sich nach langjährigem Engagement aus der ehrenamtlichen Arbeit im Paritätischen zurück. Bereits im Mai beendete er seine Mitarbeit im Kernteam des Bereichs Jugend und Bildung. In den vergangenen Jahren hat Hans Artschwager aktiv an der Entwicklung des Verbands und auch der Kinder- und Jugendhilfe mitgewirkt. Er war im früheren Vorstand des Landesverbandes bzw. im Aufsichtsrat, im Kreisverband sowie für die Fachgruppe sehr aktiv. Im ständigen Ausschuss und im Kernteam hat er viel dazu beigetragen die Jugendhilfe voranzubringen. Er hat positiv Spuren hinterlassen. Die Jugendhilfe im Paritätischen sowie die gemeinsame Weiterentwicklung waren ihm stets sehr wichtig, wie das folgende Kurzinterview zeigt:

Verabschiedung Herr Artschwager

Welche Meilensteine im Paritätischen waren im Rückblick wichtig?

Zu Beginn meiner Geschäftsführertätigkeit (1985) kam ich in eine Fachgruppe, die sich ausschließlich mit Verbandsthemen auf Landesebene befasste. Ohne das Wissen des Aufbaus der Jugendhilfestrukturen bzw. der Freien Wohlfahrtspflege auf Landes- und Kreisebene war die Teilnahme an den Treffen wie ein Buch mit sieben Siegeln. Für unsere Tagesarbeit kaum nutzbar.

Mitte der 90er Jahre wandelte sich Zusammensetzung und Arbeitsweise der Fachgruppe. Als erste Fachgruppe überhaupt gelang es neben dem Jugendhilfereferenten auch den Verantwortlichen des Entgeltreferates für eine gemeinsame Sitzung im Jahr zu gewinnen. In Zeiten in denen Rahmenvereinbarungen  auf Landesebene verhandelt wurden und sich etablierten ein wichtiger Schritt für die Jugendhilfeeinrichtungen bei der Umsetzung der neuen Systematik.

 

Weshalb ist die Zusammenarbeit in der Fachgruppe wichtig?

Mit der Einrichtung eines ständigen Ausschusses konnten wichtige fachliche Fragestellungen eingebracht, diskutiert und zeitnah mit der Hauptamtlichkeit des Paritätischen abgestimmt werden. Wichtig ebenso die Vorbereitung der jährlich stattfinden Fachgruppensitzungen die jeweils im Frühjahr und Herbst stattfinden. Diese mit fachlichen, rechtlichen oder organisatorischen Themen so zu füllen, dass viele Jugendhilfevertreter*innen angesprochen werden, ist sicherlich ein wichtiger Meilenstein für eine gut abgestimmte, inhaltlich interessante und immer besser nachgefragte Beteiligung. Der ständige Ausschuss ist dabei Dreh- und Angelpunkt, um die Interessen und Informationen rund um Jugendhilfefragen zu kanalisieren. Bemerkenswert, dass über die Jahre hinweg einzelne Mitglieder der Fachgruppe sich zu gemeinsamen kleinen Coaching-Gruppen verbunden haben.

 

Warum lohnt es sich im Kernteam und Aufsichtsrat mitzuarbeiten?

Letztlich war diese Form der Zusammenarbeit bei der Entwicklung der Kernteams Vorbild für die Arbeit auch der anderen Fachgruppen im Paritätischen. Hier finden sich auch Querschnittsthemen der Jugendberufshilfe, Jugendsozialarbeit oder Bildungsthemen wieder.

Viele Jahrzehnte war die Jugendhilfe nicht im Vorstand des Paritätischen vertreten. Die Mitwirkung im Vorstand und im Aufsichtsrat des Paritätischen hat der Jugendhilfe bei den Entscheidungsträgern im Paritätischen sowie mich persönlich weitergebracht. Hier ist zu hoffen, dass auch in Zukunft sich die Jugendhilfe im Aufsichtsrat des Paritätischen wiederfindet.

 

Das wünsche ich der Jugendhilfe im Paritätischen für die Zukunft:

Zunächst ein herzliches Dankeschön an alle Mitstreiter der vergangenen nahezu 30 Jahre. Besonders den Fachreferenten angefangen bei Herrn Schubert, bei Anita Kowoll, Roland Kaiser, Roland Berner und heute Barbara Meier ein großes Lob und Dank. Wir haben über Jahrzehnte engagierte für die Jugendhilfe brennende Fachreferenten an unserer Seite gehabt. Diese Qualität und Unterstützung  seitens des Verbandes ist auch ein Garant dafür, dass Mitgliedseinrichtungen sich im Paritätischen zuhause fühlen.

Abschließend hoffe ich, dass sich die Jugendhilfe auch politisch im Verband wie auch auf kommunaler Ebene einmischt, um die Wichtigkeit unserer Arbeit für Kinder, Jugendliche und deren Familien hervorzuheben.