06.05.2019

Problemanzeige des Deutschen Vereins zur Bemessung des Bedarfs an Haushaltsenergie und des Mehrbedarfs bei dezentraler Warmwasserbereitung

In einer Problemanzeige macht der Deutsche Verein darauf aufmerksam, dass bei der derzeitigen Bemessung des Regelbedarfs der Strombedarf systematisch untererfasst wird und die Pauschale für den Strombedarf die Stromkosten der Haushalte der Grundsicherung und Sozialhilfe in vielen Fällen nicht deckt, dass z.T. erhebliche Unterdeckungen festzustellen sind. Das gilt noch ausgeprägter für den Mehrbedarf bei dezentraler Warmwasserbereitung.

 

Sehr viele Haushalte der Grundsicherung und Sozialhilfe müssen deshalb an anderer Stelle sparen, um ihre Stromkosten zu decken oder geraten in Zahlungsrückstände bei den Energieversorgern. Seit 2011 erhebt die Bundesnetzagentur Daten zu den Stromsperren in Deutschland. Danach wird jährlich weit über 300.000 Haushalten in Deutschland der Strom für einen bestimmten Zeitraum abgeschaltet. Etwa die Hälfte der Sperrungen wird in Haushalten der Grundsicherung und Sozialhilfe durchgeführt. Durch die Abschaltung des Stroms wird nicht nur die Lebensqualität dieser Haushalte drastisch gemindert, den Haushalten entstehen durch eine Stromsperre auch zusätzliche Kosten.

 Der Deutsche Verein schlägt vor, Haushaltsenergie als eigenständigen Bedarf zu bemessen. Der Stromverbrauch der Haushalte sollte zum Ausgangspunkt der Bemessung des Bedarfs an Haushaltsenergie gemacht werden. Hier lässt ich ein realistischer durchschnittlicher Verbrauchswert ermitteln und nach Haushaltsgrößen differenzieren. Der zweite Faktor für die Berechnung der anzuerkennenden Stromkosten sind die regionalen Strompreise. Diese weichen z.T. deutlich voneinander ab. Die Haushalte der Grundsicherung sollen ihre Stromkosten decken können. Sie sollen aber auch die Möglichkeit und den Anreiz haben, ihre Stromkosten zu senken.