23.01.2019

Digitale Transformation ein Thema für die Suchthilfe?

In einer von der Glückspirale geförderten Veranstaltung beschäftigte sich die Fachgruppe „Sucht“ des PARITÄTISCHEN am 10.12.2018 mit dem Thema Digitalisierung. Für die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung konnte Herr Benjamin Blankenburg von der Firma Service Design Thinking Freiburg gewonnen werden. Die Firma hat sich darauf spezialisiert, Strategien für nützliche digitale Angebote zu entwickeln. Die zunehmende Digitalisierung auf gesellschaftlicher, wirtschaftlicher, politischer Ebene verändert unsere Lebenswelt. Der Begriff Industrie 4.0 ist eingeläutet. Er beschreibt die nächste Stufe der industriellen Revolution, auf der sich die physikalische und die virtuelle Welt noch stärker verbinden. Im „Internet der Dinge“ (IoT – Internet of Things) kommunizieren Menschen, Maschinen, Gegenstände und Softwaresysteme miteinander.

Suchthilfe und Suchtprävention bestehen zu großen Teilen aus Kommunikation, wenn die Kommunikation zwischen Menschen bei der Inanspruchnahme von Dienstleistungen ebenso wie die Rezeption von Informationen immer stärker per Internet geschieht, müssen Suchthilfe- und Suchtpräventionsangebote diesem Verhalten und den damit verbundenen Erwartungen Rechnung tragen. Im Rahmen der Veranstaltung konnten  Entwicklungen und Möglichkeiten sowie die damit Verbundenen Herausforderungen für die Suchthilfe mit den Teilnehmer*innen diskutiert werden.

Deutlich wurde in der Veranstaltung, dass die Suchthilfe gefordert ist, Konzepte für eine nachfragegerechte Gestaltung der derzeitigen Angebote und Dienstleistungen zu entwickeln. Klar wurde zudem, dass sich die Digitalisierung nicht mehr bremsen oder sogar aufhalten lässt. Vielmehr stellte sich die Frage, wie die Suchthilfe Prozesse der Digitalisierung mitgestalten bzw. für sich nutzbar machen kann. Erfahrungen gibt es bereits mit der Online-Beratung sowie dem Einsatz von Chats und Foren. In der Diskussion wurden erste Überlegungen zu interaktiven Homepages, und internetgestützten Selbstkontrollprogrammen, Apps etc. vertieft. Mit Herrn Blankenburg konnten dabei kritische Gesichtspunkte wie Datenschutz, Datenkapitalismus und Informationsflut besprochen werden.