Querschnittsthema Armut

Stand Mai 2018 vermeldete das DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung), dass die Armut in Deutschland mit 16,8% einen neuen Rekordstand erreicht hat. Alters- und Kinderarmut stehen dabei ganz oben auf der Liste.

Nach der Definition des Rates der Europäischen Gemeinschaften gelten jene Personen als arm, die über so geringe (materielle, kulturelle und soziale) Mittel verfügen, dass sie von der Lebensweise

ausgeschlossen sind, die in dem Mitgliedstaat, in dem sie leben, als Minimum annehmbar ist. Anders gesagt: Eine Gesellschaft mit einem Armutsproblem hat auch ein Demokratieproblem, da Menschen hierdurch dauerhaft von gesellschaftlicher Teilhabe, von Anerkennung, Mitwirkung und Mitsprache ausgeschlossen sind.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg mahnt daher, gerade in einem reichen Land wie unserem der Tendenz zu einer fortschreitenden Spaltung in unserer Gesellschaft in Arme und Reiche entgegenzuwirken. Der Verband fordert von Bund und Land eine aktive und integrierte Armutsbekämpfungspolitik auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Eine der konkreten Forderungen des Paritätischen BW zur Armutsbekämpfung ist es, die Frage danach zu stellen, wer den Staat finanziert und wer wieviel zum Bruttosozialprodukt beiträgt. Eine mögliche „Umverteilung“ müsste so gestaltet werden, dass nicht den „Reichen“ weggenommen und den „Armen“ gegeben würde. Vielmehr dürfen nicht die „Armen“ überproportional viel zur Finanzierung der Staatsausgaben beitragen müssen und damit überproportional belastet werden.