1.1 PROJEKTSTRUKTUR: KONZEPTION – ZIELE – MASSNAHMEN

Förderung durch die Baden-Württemberg Stiftung

Das Projekt „Gemeinsam eigene Wege gehen – Teilhabe durch Sozialpartnerschaften“ wird durch die Baden-Württemberg Stiftung im Rahmen des Programmes „Förderung der Selbstständigkeit älterer Menschen mit Behinderung“ dankenswerter Weise für drei Jahre (2011 – 2013) gefördert. Die Baden-Württemberg Stiftung trägt damit dem Anliegen Rechnung, dass ältere Menschen mit Behinderung auch im Alter so eigenständig wie möglich leben können sollen. Dies entspricht dem Gedanken der Inklusion und der selbstbestimmten Teilhabe sowie auch der Ambulantisierung von Hilfsangeboten.

Hintergrund, Ziele und Maßnahmen

  • Für ältere Menschen mit Behinderung bedeuten Übergangssituationen in die dritte Lebensphase besondere Herausforderungen der Neuorientierung.
  • Was kommt nach dem Erwerbsleben und der Tätigkeit in einer Werkstätte für Menschen mit Behinderung?
  • Was passiert, wenn die Familie, die Betreuung nicht mehr wie bisher leisten kann?
  • Wie kann ich leben, wenn ich nicht in einer stationären Einrichtung wohnen möchte?
  • Wo finde ich soziale Zugehörigkeit, Kontakt und sinnvolle Betätigung zusammen mit anderen?
  • Wie kann ich trotz Behinderung auch im Alter möglichst selbstbestimmt leben?
  • Wie kann ich mich auf den Übergang vorbereiten, neue Orientierung finden und meinen Alltag zufriedenstellend gestalten?

Der Paritätische Kreisverband Ulm / Alb-Donau widmet sich diesem Thema unter Projektleitung von Geschäftsführerin Dr. Ilse Winter. Im Januar 2011 startete das Projekt "Gemeinsam eigene Wege gehen - Teilhabe durch Sozialpartnerschaften“.
Ziel ist es, älteren Menschen mit Behinderung Teilhabemöglichkeiten mitten in der Gesellschaft zu erschließen. Dies ist leider immer noch nicht selbstverständlich. Deshalb sollen ältere Menschen mit Behinderung unterstützende Angebote erhalten, um ihren Übergang in die dritte Lebensphase vorbereiten, gestalten und möglichst selbstständig organisieren zu können. Dabei soll durch die Bildung von Sozialpartnerschaften insbesondere auch die Eigenverantwortung der Beteiligten gestärkt werden.

Als unterstützende Maßnahmen werden angeboten:

  • Einstiegsseminare "Neue Wege" (5 Module im wöchentlichen Turnus)
  • Monatliche Kontakt- und Orientierungstreffen ("Neue-Wege-Treffs") für Menschen mit Behinderung – Angehörige, Betreuende – Interessierte, Freiwillige, Sozialpaten
  • Aufbau eines Kontakt- und Orientierungsnetzwerkes
  • Vermittlung von Sozialpartnerschaften / Interessengemeinschaften zwischen älteren Menschen mit und ohne Behinderung
  • Begleitung, Anleitung und Unterstützung durch ehrenamtliche Sozialpaten
  • Erschließung von sozialräumlichen Angeboten und Gewinnung von institutionellen Kooperationspartnern.

Erfahrungshintergrund: ein kooperatives Betreuungskonzept der Lebenshilfe Donau-Iller mit dem PARITÄTISCHEN.

Gottfried Baumann fragte 2009 eine institutionenübergreifende Kooperation für die Betreuung eines Klienten an. Der 65-Jährige mit psychischer Erkrankung brauchte ein noch dichteres Betreuungsnetz, um ambulant weiter betreut werden zu können. Durch den regelmäßigen Kontakt mit einem anderen älteren Herrn mit einem handicap nach Schlaganfall und die Einbindung in ein gemeinsames Betreuungsteam hat sich die Lebenssituation und seelische Verfassung des Klienten schnell und nachhaltig bis heute stabilisiert. Eine stationäre Einweisung konnte nachhaltig vermieden werden.
Mit dem Projekt „Gemeinsam eigene Wege gehen – Teilhabe durch Sozialpartnerschaften“ werden diese positiven Erfahrungen und das Modell der Sozialpartnerschaften für einen breiteren Teilnehmerkreis geöffnet, erprobt und übertragen.