07.03.2017

Gewalt gegen Frauen verhindern und adäquate Hilfen bereitstellen Der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg fordert vom Land Einstieg in die Finanzierung.

Stuttgart 07.03.2017    In Baden-Württemberg haben 1.509 Frauen mit 1.663 Kindern (Stand 2015) Schutz in einem Frauenhaus gefunden. Aktuell besteht in Baden-Württemberg kein flächendeckendes Angebot an Frauenberatungsstellen bei häuslicher und sexualisierter Gewalt. Die Finanzierung läuft rein über „Freiwilligkeitsleistungen“ der Kommunen. Deshalb fordert der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg zum Internationalen Frauentag adäquate und flächendeckende Hilfen für alle von Gewalt betroffenen Frauen im Land und eine Kofinanzierung über Landesmittel.

Bisher gibt es in Baden-Württemberg noch viele „weiße Flecken“ auf der Landkarte wo Frauen keinen Zugang zu Beratungsstellen bei häuslicher und sexualisierter Gewalt haben. „Es kann und darf nicht sein, dass Frauen davon abhängig sind wo sie leben, um die notwendige Hilfe zu erhalten, die sie akut brauchen. Deshalb steht das Land in der Pflicht, die Kommunen bei der Finanzierung zu unterstützen und damit für ein flächendeckendes Angebot zu sorgen“,  fordert  Dr. Katrin Lehmann, Fachreferentin für Frauen und Mädchen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg.

Aktuell müssen ca. 15% der Frauen, die in einem Frauenhaus Schutz suchen, die Kosten für Schutz und Beratung im Frauenhaus selbst zahlen. Es handelt sich dabei um Frauen, die erwerbstätig oder in Ausbildung sind oder studieren. Auch Frauen mit einem ungesicherten Aufenthaltsstatus, die dadurch keinen Anspruch auf Sozialleistungen (Hartz IV) haben, sind davon betroffen. Der Verband fordert auch für diese nicht-leistungsberechtigten Frauen eine verbindliche finanzielle Regelung über einen sogenannten Notfall-Fond durch das Land.



Pressekontakt

Hina Marquart

Hina Marquart