Tages- und Nachtpflege als vernetztes Wohn- und Pflegearrangement im Quartier

Mit den Pflegestärkungsgesetzen intendiert der Gesetzgeber die stringente Umsetzung des § 3 SGB XI: des Vorranges der häuslichen Pflege („ambulant vor stationär“). Die Leistungsausweitungen werden zur weiteren „Ambulantisierung“ beitragen und die ambulante Versorgung Pflegebedürftiger verbessern und pflegende Angehörige/Bezugspersonen durch zusätzliche Angebote zur Unterstützung im Alltag entlasten.

Diese Entwicklungen eröffnen Möglichkeiten, sich zukünftig den ambulanten Wohn- und Pflegearrangements vermehrt zu widmen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dies betrifft auchvollstationäre Angebote, die mit zurückgehender Belegung sich konzeptionell verändern und sich der veränderten Nachfrage Pflegebedürftiger/Angehöriger und Bezugspersonen anpassen werden. Insgesamt wird abgestuften modularisierten Betreuungs- und Pflegearrangements sowie finanzierbaren „Neu“-Wohnformen eine wachsende Bedeutung zukommen. Gefragt sind zukünftig sozialraumorientierte Quartierszentren. Wesentlicher Bestandteil der vernetzten Quartierszentren sind Tages- und Nachtpflegeeinrichtungen als Solitäreinrichtungen, im Verbund mit ambulanten Pflegediensten oder als Bestandteil von vernetzten Wohn- und Pflegearrangements. Der Stützung des Umfeldes und die Schaffung neuer Wohnformen bzw. dem Ausbau von Tages- und Nachtpflegeeinrichtungen zu quartiersbezogenen Wohn- und Pflegeangeboten wird in Zukunft eine besondere Bedeutung zukommen. In diesem Seminar wird der Aufbau von Verbundsystemen anhand von Beispielmodellen vorgestellt. Hierbei geht es um den schrittweisen Aufbau von fachlich und wirtschaftlich sinnvollen Versorgungsmodulen.